USA Austausch 2017 – Bilder und Berichte

Seit dem 13. Oktober ist eine Gruppe von SG-Schülern an unserer Partnerschule in Elizabethtown/Pennsylvania. An dieser Stelle werden wir regelmäßig über Neuigkeiten von dort berichten. Die folgenden Beiträge vom Austausch sind nach dem Prinzip “Der jüngste Beitrag zuerst” geordnet. Für weiter zurückliegende Beiträge scrollen Sie bitte nach unten.

Link:

Informationen über unsere Partnerschule

3. bis 4. Oktober: Rückreise nach Deutschland

Nach drei ereignisreichen und schönen Wochen in Amerika war der Tag gekommen, an dem diese Reise ihr Ende finden musste.
Zum Abschluss trafen wir uns alle noch einmal früh am Morgen auf dem Parkplatz der Elizabeth Area High School, genau an dem Ort, an dem uns unsere Gastfamilien vor drei Wochen in Empfang genommen hatten. Einige hatten ihre Austauschpartner und Gastfamilien in der Zwischenzeit regelrecht ins Herz geschlossen und es fiel ihnen deshalb nicht leicht „Goodbye“ zu sagen.
Schließlich brachen wir aber auf. Verteilt auf vier Autos fuhr uns ein von den Gasteltern am Tag zuvor organisierter „Shuttleservice“ – zum Teil hatten sich die Eltern extra für uns einen Tag freigenommen – zum Philadelphia International Airport. Nach der Ankunft am Flughafen gaben wir erst einmal unser Gepäck auf.
Vor den Sicherheitschecks verabschiedeten wir uns noch von den Austauschpartnern, die uns nach Philadelphia begleitet hatten. Auch bei dieser Gelegenheit floss die eine oder andere Träne. Pünktlich um 13 Uhr hob dann unser Inlandsflug nach Charlotte, der größten Stadt des Bundesstaats North Carolina, ab.
In Charlotte hatten wir zwei Stunden Aufenthalt, da wir auf unseren Anschlussflug nach Frankfurt warten mussten. Der Flughafen in Charlotte ist ein riesiges Drehkreuz für nationale und internationale Verkehrsflüge und so nutzten einige von uns die Gelegenheit, um zum letzten Mal auf amerikanischen Boden zu shoppen oder essen zu gehen.
Der Flug, der uns schließlich nach Hause brachte, verlief ohne Probleme und einige vertrieben sich wie schon beim Hinflug mit dem Entertainment-Programm von American Airlines die Zeit. Andere versuchten einfach nur zu schlafen, um sich möglichst rasch wieder an den Rhythmus in Deutschland zu gewöhnen. Wieder andere waren noch so voller Eindrücke, dass sie fast den ganzen Flug damit verbrachten, sich mit anderen über das Erlebte auszutauschen.
Im kalten Deutschland angekommen wurden zuerst unsere Pässe kontrolliert. Dann erhielten wir unser Gepäck zurück und die schweren Koffer hinter uns herziehend nahmen wir den ersten Zug nach Vaihingen, den wir bekommen konnten. Am Bahnhof in Vaihingen wurden wir von unseren Eltern empfangen. Wir waren alle überglücklich sie wiederzusehen und in unsere Arme schließen zu können, zugleich waren wir aber auch etwas wehmütig, weil diese tollen drei Wochen nun endgültig vorbei waren und der Alltag nun wieder beginnen würde.

 Bericht: Henrik Schüller

 

23.10. – 2.11.2017: Die zweite und dritte Schulwoche

Nach einer gut überstandenen ersten Schulwoche startet für uns in Elizabethtown jetzt schon die zweite Woche. Am Montag, dem 23.10., gingen wir alle, wie gewohnt, bis um 14:40 Uhr in die Schule, um weiterhin den Schulalltag hier in Amerika besser kennenzulernen. Abends fand in Bainbridge ein kleiner Halloween-Umzug statt, zu dem viele von uns gegangen sind. Am Dienstag waren wir dann, wie bereits in einem anderen Bericht beschrieben, bei den Amish People hier in der Umgebung und haben dort einige Einblicke in deren Alltag erhalten. Zudem hatten wir das Glück bei einer Amish Familie essen zu dürfen. Nachdem wir mittags schließlich alle wieder heil an der Schule angekommen waren, hatten sich dann einige von uns für ein Fußballspiel, welches noch am selben Abend stattfinden sollte, verabredet. Leider konnten die Jungs des Elizabethtown Boys Soccer Teams an diesem Abend keinen Sieg einholen, und haben mit 0:2 gegen das andere Team verloren. Am Mittwoch stand für uns dann wieder ein normaler Schultag an, abends trafen wir uns alle, inklusive unserer Austauschpartner bei einer Familie, um dort zusammen Kürbisse zu schnitzen. Danach saßen wir noch alle mit Hot Dogs, S’mores und der passenden Musik am Lagerfeuer zusammen, um den Abend ausklingen zu lassen. Am Donnerstag gingen wir dann wieder in die Schule, und fingen danach an, unsere Rucksäcke zu packen, da am Freitag endlich unser Trip nach New York anstand.

Nachdem wir Sonntagabend dann alle ziemlich müde und erschöpft aus New York zurückgekommen waren, befanden wir uns auch schon in der 3. und letzten Woche. Am Montag mussten fünf Personen unserer Gruppe erst einmal einen ungeplanten Ausflug ins Krankenhaus machen, da unser Hotel in New Jersey mutmaßlich von Bettwanzen befallen war. Einige Schüler und auch Lehrer waren von den Biestern gebissen worden, und nun mussten sie medizinisch behandelt werden. Nachdem im Krankenhaus dann bestätigt wurde, dass die vielen Wunden tatsächlich von Bettwanzen verursacht worden waren, bekamen alle Betroffenen Salben verschrieben, die sie noch immer verwenden. Auf Weisung des Arztes musste die ganze Gruppe daraufhin ihr komplettes Gepäck einmal durchwaschen, um sicherzugehen, dass sich die Plagegeister nicht weiterverbreiten. Am selben Abend fand dann bei einer Familie eine Halloween-Kostümparty statt, zu der alle eingeladen waren. Hierfür haben wir uns in einer wirklich schön dekorierten Scheune eingefunden, um dort zu feiern. Ein weiterer Programmpunkt war zudem eine nächtliche Rundfahrt auf einem Anhänger mit dem Traktor, welche uns allen wirklich gut gefallen hat. Am Dienstag stand dann Halloween vor der Türe: Schon in der Schule kam ein Großteil der Schüler kostümiert in die Schule. Abends stand dann „Trick or Treating” auf dem Programm. Einige von uns schlossen sich ihren Austauschpartnern an und haben also an den Türen geklingelt und nach Süßigkeiten gefragt. Mittwoch und Donnerstag verbrachten wir unsere letzten Tage dann noch in der Schule und mit unseren Austauschpartnern.

Bericht: Alan Kleinbeck

 

Freitag, 27. Oktober, erster Tag in New York

Am Freitag haben wir uns um 8:00 Uhr am Bahnhof in Elizabethtown getroffen. Nach 3 Stunden Zugfahrt erreichten wir unser Ziel: New York, Penn Station.

Noch am Bahnhof gaben wir unser Gepäck für den Tag bei der Aufbewahrungsstelle ab. Als wir Penn Station verlassen hatten, galt unser erster Blick dem Empire State Building, welches sich ganz in der Nähe zeigte. Doch als wir uns genauer umgeschaut hatten, fielen uns die vielen gelben Taxis auf. Auch fiel uns die viele Leuchtreklame auf, doch Herr Neulinger meinte, dass dies im Vergleich zu anderen Plätzen, wie dem Times Square, noch nicht so viel Werbung sei, was wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen konnten. Als wir uns schließlich abwenden konnten, machten wir uns auf den Weg zum Empire State Building. Aufgrund des Schulgruppenbonus hatten wir das Glück, den Großteil der Schlange überspringen zu können. Im Innern des imposanten Gebäudes standen wir dann nochmals 45 Minuten an. Doch als wir endlich auf der Aussichtsplattform des Empire State Buildings standen, hatten wir eine atemberaubende Sicht über New York City. Dort oben sind viele schöne Bilder entstanden.

Auf dem Weg zur Brooklyn Bridge marschierten wir durch Chinatown. Chinatown war unglaublich eindrucksvoll. Zuerst hat es sehr stark nach Fisch und anderen Meerestieren gerochen. Dann begegneten uns viele Händler, die an Seite der Hauptstraße Algen verkauft haben. Ja, wirklich: Algen, zum Essen! Guten Appetit! Im Vorübergehen fielen uns die vielen bunten offenen Stände auf den sehr schmutzigen und staubigen Straßen auf. Endlich auf der Brooklyn Bridge angekommen, genossen wir eine wunderschöne Aussicht auf die Skyline von New York. Aufgrund einer Verwechslung haben wir auf der Brooklyn Bridge plötzlich eine Schülerin verloren. Sie war noch erstaunlich gefasst, als wir sie erst nach 10 Minuten wieder gefunden hatten. Nach dieser Aufregung begaben wir uns weiter zu einem Restaurant in der Nähe der Brooklyn Bridge, in welchem wir dann auch zu Abend gegessen haben. Nach einem leckeren Burger-Menü war es draußen schon dunkel. Herr Neulinger hat uns zu einem Platz direkt am Fluss geführt. Dort haben wir eine atemberaubende, hell erleuchtete Nachtskyline von New York zu sehen bekommen. Nach diesem Panorama sind wir zurück zur Penn Station gefahren, wo wir unser Gepäck gelagert hatten und sind zu unserem Hotel in New Jersey gefahren. Auf den ersten Blick sah dieses auch sehr gut aus.

An diesem Freitag waren wir insgesamt 12,65 km gelaufen.

Bericht: Ellen Mamier

Samstag, 28.10.2017, zweiter Tag in New York

Der zweite Tag am „Big Apple” begann mit einem Ausflug nach „Ground Zero”. Am „9/11 Memorial“ gewannen wir einen Eindruck von dem Unglück, das sich 11. September 2001 ereignet hatte. Die vielen, in das Denkmal eingemeißelten Namen der durch den Terroranschlag getöteten Opfer waren eindrucksvoll und bedrückend zugleich. Zwei große quadratische Brunnen markieren die Grundrisse der eingestürzten Türme des einstigen World Trade Centers. Während das Wasser, welches sich in den jeweiligen Brunnen ergießt, für die vergossenen Tränen steht, ist das Loch im Zentrum des Denkmals, in dessen Tiefe das Wasser verschwindet, ein Symbol für die Leere, die den Trauernden geblieben ist.

Nach diesem eher traurigen Ort, begaben wir uns in Richtung Broadway, wo wir uns heitereren Dingen zuwenden konnten und sogar auch Zeit hatten, „Shoppen” zu gehen oder Souvenirs für unsere Familien und Freunde zu kaufen.

Anschließend gingen wir zur Wall Street, wo sich die New Yorker Börse befindet. Natürlich besuchten wir auch den „Charging Bull”, die Statue eines kraftvollen, kampfbereiten Stiers, der die männliche Schaffenskraft der New Yorker, nicht zuletzt aber die New Yorker Börse symbolisiert. Die Statue wurde von einem Künstler kreiert. Einer Künstlerin kam dieses Kunstwerk jedoch sexistisch vor und so erlaubte sie sich den kleinen Spaß, dem Stier eine von ihr entworfene Figur – ein kleines, mutiges Mädchen – entgegenzustellen, welches dem mächtigen Untier trotzt.

Anschließend setzten wir mit der Fähre nach Liberty Island über, wo die Freiheitsstatue, die „Statue of Liberty“, steht. Dort hatten wir eine halbe Stunde Zeit, um die Freiheitsstatue von allen Seiten zu bewundern und zu fotografieren.

Im Anschluss machten wir auch noch einen kurzen Abstecher nach „Ellis Island”, wo wir in das Museum gingen. Die Ausstellung zeigt, unter welch harten Bedingungen die Einreise in die USA zur Zeit der großen Einwanderungswelle im vorletzten und letzten Jahrhundert nur erfolgen konnte. Ellis Island wird auch die „Insel der Tränen“ genannt, weil die Behörden vielen Menschen die Einreise verweigerte, die deren Anforderungen nicht entsprachen. Viele wurden einfach nach Europa zurückgeschickt und Familien dadurch an Ort und Stelle getrennt.

Da unsere Mägen langsam zu knurren begannen, fuhren wir mit der Fähre zurück und unsere Lehrer luden uns in ein italienisches Restaurant zum Pizzaessen ein. Nachdem wir uns gestärkt hatten, wurde es langsam dunkler und wir peilten unser nächstes Ziel, den „Times Square” im Herzen New Yorks an.

Da wir mehrere Anläufe benötigten, um die richtige U-Bahn zu finden, war es bereits dunkel, als wir beim „Times Square” ankamen. Die meisten von uns beeindruckte der „Times Square” sehr, mit seinen breiten und von den Werbeanzeigen hell erleuchteten Straßen. Worüber wir uns sehr gefreut haben, war die Tatsache, dass wir uns selbstständig in Gruppen umsehen und „Shoppen” gehen durften.

Nach diesem anstrengenden, aber auch eindrucksvollen Tag ließen wir uns am Abend erschöpft in unsere Betten fallen.

Bericht: Nina Schütze

Sonntag, 29.10.17, dritter Tag in New York

Unser dritter und somit – leider – unser letzter Tag in New York startete nicht ganz so früh, wie die Tage zuvor. Nach einem Frühstück und dem Auschecken aus dem Hotel, verließen wir New Jersey und fuhren mit der Metro nach Manhattan, um an der Penn Station schließlich wieder unser Gepäck für diesen Tag abzugeben. Anschließend fuhren wir zum „Central Park“, wo es dann anfing, in Strömen zu regnen. Wir liefen eine ganze Weile durch den Central Park, besuchten das Wasserreservoir und „Strawberry Fields“, der Gedenkstätte für den hier 1980 erschossenen Ex-Beatle John Lennon, bis wir endlich die 5th Avenue erreichten. Hier bekamen wir wieder etwas Freizeit zum Shoppen oder anderweitigen Beschäftigungen, doch aufgrund des Regens setzen sich die meisten in ein Café, um zu essen, zu entspannen und zu trocknen. Nach drei Stunden trafen wir uns, alle wieder komplett durchnässt, an der Metro-Station. Angekommen an der Penn Station zogen sich einige der Gruppe endlich trockene Sachen an. Unser Zug brachte uns danach wieder nach E-Town heim. Einige Schüler klagten schon recht bald über Juckreiz oder starkes Brennen auf der Haut und schließlich, nach einigen Internetrecherchen auf der Heimfahrt, erhärtete sich der Verdacht, dass das Hotel, in dem wir zwei Nächte übernachtet hatten, von Bettwanzen befallen war. Nach diesem aufregenden Wochenende kehrten alle wieder heil, wenn auch von einigen Wanzenbissen geplagt, zu ihren Austauschfamilien zurück.

Bericht: Clara Stass

 

Dienstag, 24.Oktober 2017 – Ausflug zu den „Amish People”

Wir sind mittlerweile schon in der 2. Woche unseres Austausches angekommen. Am Dienstag, dem 24.10., stand nun unser Ausflug zu den Amish People an. Hierfür haben wir uns alle morgens zur ersten Stunde, die an der Elizabeth Area High School um 7:30 beginnt, also genau wie zuhause, vor dem Schulgebäude getroffen. Danach sind wir alle zusammen in zwei Autos zu einem Mennoniten-Informationsgebäude gefahren und haben uns dort erst einmal einen Informationsfilm zu den Amish angeschaut, damit wir uns etwas besser auf das vorbereiten konnten, was später auf uns zukommen sollte. In dem Film wurden uns unterschiedliche Überzeugungen, Traditionen, Vorschriften und Lebensweisen der Amish aufgezeigt. Außerdem wurden wir über den Unterschied zwischen den Amish und den Mennoniten aufgeklärt.

Die Amish sind eine ursprünglich aus dem schweizerischen Gebiet stammende Religionsgemeinschaft, die ihre alten Traditionen aus Gottesfurcht zum Zweck des inneren Zusammenhalts zu bewahren suchen. Das macht sich unter anderem an ihrer Sprache, dem „Pennsylvanian Dutch“, einer Mischung aus mehreren Dialekten, unter anderem auch dem Schwäbischen, bemerkbar. Zu ihren Lebensprinzipien gehört eine von Bibeltreue und von handwerklicher Arbeit geprägte Lebensweise, die sehr viel stärker das Gemeinwesen und die Gleichheit jedes Einzelnen als die individuelle Selbstverwirklichung in den Blickpunkt rückt. Es gibt in Amerika mehrere Siedlungen der Amish; Lancaster County gehört hierbei zu einer der größten.

Die Mennoniten kann man als einen „Ableger“ der Amish bezeichnen, wobei sich die Lebensanschauung der Mennoniten über die Generationen hinweg stark verändert und dementsprechend „verweltlicht“ hat.

Nach dem Besuch des Mennoniten-Zentrums wurden uns unsere Guides vorgestellt, mit denen wir dann wieder in die Autos gestiegen und in Richtung einer der größten Amish-Siedlungen gefahren sind. Auf dem Weg dorthin haben uns unsere Guides allerlei Interessantes über die Amish erzählt und, soweit möglich, auch gezeigt. Auch ist uns auf dem Weg aufgefallen, dass die Amish sehr verstreut und nicht alle auf einem Fleck leben und dass sich oft auch „normale” Bürger, oder wie die Amish sagen: „English People”, zwischen den Häusern befinden. Auch haben wir gelernt, dass die Amish sich gegen jegliche Elektrizität gewandt haben, und stattdessen alles nach Möglichkeit durch Propangas ersetzen. Allerdings muss man auch sagen, dass heutzutage immer mehr Amish auf Solarenergie umsteigen, da sie diese Energie als „von Gott gegeben“ betrachten.

Die Amish leben in Distrikten zu je ca. 25 Familien, wobei jeder Distrikt eine eigene Schule besitzt. Wir haben auf unserem Weg ca. drei Schulen, also ca. drei Distrikte in nur einer Viertelstunde gesehen. Zu den Schulen lässt sich auch sagen, dass die Kinder der Amish nur bis zur 8. Klasse in die Schule gehen dürfen, da die Schulbildung bei den Amish ziemlich eingeschränkt wird. Außerdem haben wir erfahren, dass die Amish jeden zweiten Sonntag einen Gottesdienst abhalten, welcher jedoch nicht in einer Kirche, sondern immer in Wechsel bei den Familien zuhause stattfindet. Ebenfalls verzichten die Amish auch auf Autos. Stattdessen benutzen sie Pferdekutschen, sogenannte „Buggys“, und Tretroller oder sie gehen einfach zu Fuß.

Auch wurden wir über die Berufe der Amish in Kenntnis gesetzt: Ein Großteil der Amish widmet sich der Landwirtschaft. Einige betreiben zudem noch einen kleinen Laden, in dem sie Kissen, Decken, Holzarbeiten und vieles andere verkaufen, um zusätzliches Geld zu verdienen. Später wurde uns dann noch erklärt, dass eine Amish Familie nahezu immer eine Großfamilie mit bis zu 12 Kindern ist, was wir Deutschen alle sehr beeindruckend fanden. Wie zuvor schon erwähnt, ist die Alltagssprache in den Familien der Amish das sogenannte Pennsylvanian Dutch. Die Kinder der Amish lernen Englisch also erst, wenn sie in die Schule kommen, und wachsen daher nahezu immer zweisprachig auf.

Gegen Mittag sind wir dann alle gemeinsam zu einer Familie der Amish mit deutschem Ursprung gefahren, um dort zu Mittag zu essen. Uns allen hat das Essen unserer Gastgeber Melvin und Mary dort ziemlich gut geschmeckt, was neben den guten Kochkünsten der Gastgeber sicherlich auch daran lag, dass ein typisches Essen der Amish der deutschen Küche ziemlich ähnlich ist. So gab es neben Kartoffelbrei und Nudeln unter anderem „Meat Loaf“ – bei uns bekannt als „Falscher Hase“. Aufgefallen ist uns dort auch, dass wir uns erst alle am Tisch versammelt und auf alle am Essen Beteiligten gewartet haben. Zunächst wurde still gebetet, dann durfte man sich setzen. Nach dem Essen sind wir dann wieder zurück zur Schule gefahren, wo wir von unseren Austauschpartnern und deren Eltern abgeholt wurden.

Bericht: Svea Eidam und Anna Steinbrich

 

 

16.10. – 22.10.2017: Die erste Schulwoche

Nach einem erholsamen Wochenende mit unseren Gastfamilien startete für uns direkt am Montag um 7:45 Uhr die Schule. Hierzu muss man erst einmal sagen, dass ein Schultag an der Elizabethtown Area High School nicht mit einem Schultag im Stromberg-Gymnasium zu vergleichen ist. Nicht allein deshalb, weil das Schulgebäude viel größer und ganz anders aufgebaut ist als unseres. Generell startet ein Schultag in Amerika mit dem „Pledge of Allegiance“: Hierbei stehen alle Schüler in Richtung einer in jedem Klassenzimmer hängenden Flagge, dem Star Spangled Banner, auf und sprechen gemeinsam einen Text und zeigen somit ihre Loyalität gegenüber ihrem Land.

Danach haben alle Schüler 45 Minuten Zeit, sich auf den Unterricht vorzubereiten und gegebenenfalls noch Hausaufgaben zu erledigen; diese Stunde nennt sich „Flex“. Anschließend startet dann der Unterricht. Anders als in Deutschland haben die Amerikaner in 4 Blöcken Unterricht, die unterschiedlich lang, nämlich 80-90 Minuten sein können. Zwischen dem 3. und 4. Block hat dann jeder Schüler 30 Minuten „Lunch“. Hierfür werden die Schüler allerdings in vier Gruppen (Gruppe A, B, C oder D) aufgeteilt, damit die Cafeteria nicht zu überfüllt ist.

Wir hatten das Glück, dass wir gleich in der ersten Woche etliche Traditionen erleben konnten, da in der Woche vor „Homecoming“ – einem Ball zu Ehren der ehemaligen Schüler (der Name lehnt sich an die amerikanischen Kriegsheimkehrer an) – zusätzlich viele Ereignisse stattfanden. Beispielsweise die „Spirit Week“, in der sich die Schüler jeden Tag zu einem gewissen Motto verkleiden. In unserem Fall hatten wir am Montag „American Day“, also sollte man sich in den Farben Rot, Weiß, Blau kleiden. Dienstag war „Hippie Day“; Mittwoch „Pink Day“, an welchem wir aber leider nicht teilnehmen konnten, da wir an diesem Tag unseren Ausflug nach Washington D.C. unternommen hatten. Der Donnerstag stand unter dem Motto „Grade Level Day“; jeder Stufe wurde hier eine eigene Farbe zugeordnet. Freitag, am letzten Tag, haben sich alle in Blau und Weiß, also den Farben von Elizabethtown gekleidet.

Außerdem fand die „Pep Rally“ statt. Eine Veranstaltung, die von der „Marching Band“ und den „Cheerleadern“ der Schule gestaltet wurde. Vergleichbar ist dies mit unserem Abi-Streich, da Schüler wie Lehrer in verschiedenen Spielen gegeneinander antreten mussten. Abends hat dann das „Homecoming“-Football-Game stattgefunden, welches wir alle gemeinsam besucht haben, und welches E-Town letztendlich in der allerletzten Sekunde durch ein Fieldgoal gewinnen konnte.

Samstag hat dann der „Homecoming Ball“, also das „Highlight“ der Woche stattgefunden. Wir hatten uns an dem Tag, bevor wir zum Ball gingen, alle in einem Park getroffen, um dort Bilder von uns und den Familien unserer Austauschpartner zu machen. Anschließend sind wir dann zum eigentlichen Ball gefahren. Was uns dort besonders aufgefallen ist, war, dass alle Amerikanerinnen sofort ihre hohen Schuhe ausgezogen und barfuß getanzt haben. Neben Getränken, etlichen Snacks und guter Musik gab es noch eine „Photo Box“, in der wir Bilder machen konnten. Als der Ball dann schließlich zu Ende war, haben sich noch einige von uns Deutschen bei einem Amerikaner getroffen und dort bis spät in die Nacht den Abend mit weiteren Snacks und Getränken ausklingen lassen.

Bericht: Ariane Biller & Jana Kühnle

 

18.10.2017: Washington DC

Nachdem wir uns alle um 7:30 Uhr an der Schule getroffen hatten, fuhren wir mit einem überraschend komfortablen Kleinbus in Richtung Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika. Dort angekommen, von der Sonne und einem wunderschönen blauen Himmel begrüßt, verschafften wir uns erst einmal einen Überblick über Washingtons Museumsinsel, welche „Smithsonian“ genannt wird.

Zunächst kamen wir am Sculpture Garden und der eindrucksvollen Art Gallery vorbei. Unser erstes Ziel war das berühmte Washington Monument – ein 170 Meter hoher, steinerner, von Flaggen umsäumter Obelisk. Es ist das Wahrzeichen der US-Hauptstadt. Die darum aufgestellten Star Spangled Banners verliehen diesem Ort eine ganz besondere Wirkung.

Danach wanderten wir zum World-War-2-Memorial, zudem uns Herr Neulinger einige interessante Fakten erzählte. Dort war eine Wand mit zahlreichen goldenen Sternen verziert. Jeder Stern steht für 100 gefallene Soldaten im Krieg. Die Wasserfälle rund um das Memorial und die Springbrunnen symbolisieren die Trauer der Menschen um die gefallenen Angehörigen.

Daraufhin begaben wir uns auf direktem Weg zum Korean-Memorial. Die lebensgroßen Steinstatuen erinnern an die Soldaten, welche immense Lasten auf sich genommen haben, um für ihr Land zu kämpfen. Dies ist ein sehr beeindruckender Ort, den man zu schätzen wissen sollte! Dort erblickten wir unter anderem auch einige Eichhörnchen, welche fleißig fotografiert wurden.

Direkt neben dem Korean-Memorial findet man das Lincoln-Memorial, welches zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Washington gehört. Dort hielt unter anderem auch Martin Luther King Jr. vor einem halben Jahrhundert seine berühmte “I have a dream”-Rede. Die Gedenkstätte selbst ist Abraham Lincoln gewidmet. Die imposante Statue des dereinst ermordeten Präsidenten steht mitten in diesem wichtigen Gebäude.

Auf unserem Weg zum Weißen Haus kamen wir am Vietnam-Memorial vorbei. Dort sind alle bekannten Namen der vielen tausend gefallenen Soldaten in Stein graviert.

Direkt am Weißen Haus, dem Regierungssitz des Präsidenten, fand eine große Demonstration gegen die Einreisepolitik der Trump-Administration statt. Viele Menschen hatten sich der Demonstration angeschlossen.

Da wir danach alle schon ziemlich erschöpft waren, entschieden wir uns dafür, Mittagessen zu gehen. Die Lust auf gute, amerikanische Burger war sehr groß; also gingen wir auf die Suche nach einem Burger-Restaurant. Wir ließen uns auf der Terrasse von “Harry’s Bar” nieder und ruhten uns aus, bevor es weiter zum Kapitol ging.

Zuletzt befanden wir uns auf dem gigantischen Gelände des Kapitols. Im Kapitol hat der amerikanische Kongress seinen Sitz. Es ist ein monumentales Gebäude mit einer riesigen Kuppel, der sogenannten Rotunde. Auf der Rückseite des Kapitols hatten wir auch einen tollen Blick auf den Supreme Court, das Oberste Verfassungsgericht, und die Library of Congress, die Bibliothek der Kongressabgeordneten. Beides sind ebenfalls sehr monumentale Gebäude.

Mit letzten Kräften schleppten wir uns zurück zum Bus, der pünktlich um 17:00 Uhr am Smithsonian wieder auf uns wartete. Bevor die Fahrt losging, wurde unsere Aufmerksamkeit allerdings noch auf die zahlreichen Eishändler in ihren fahrbaren Läden gelenkt und einige aus der Gruppe genossen noch ein viel zu teures Softeis. Als wir dann endlich alle wieder im Bus saßen, schweiften die Gedanken noch um die eben besuchten Sehenswürdigkeiten. Während der dreieinhalbstündigen Fahrt zurück nach Elizabethtown gelang es nur wenigen von uns, nicht vor Erschöpfung einzuschlafen.

Dennoch war es ein toller und erlebnisreicher Tag, den niemand so schnell vergessen wird.

Bericht: Adina Fliege & Katrin Nigge

13. Oktober 2017: Beginn einer aufregenden Reise in die USA

Die Teilnehmer am USA-Austausch 2017 kurz nach ihrer Landung in Philadelphia

Am Freitag, dem 13. Oktober 2017, trafen sich 13 Schüler des Stromberg-Gymnasiums gespannt und müde am Bahnhof in Vaihingen/Enz. Herr Eßel begleitete die Gruppe von hier aus; Herr Neulinger stieg dem Zug später in Mannheim zu, da er von Karlsruhe aus die Reise antrat. Da unser Zug schon um 5:19 Uhr abfuhr, verabschiedeten wir uns also von unseren Eltern und stiegen in den Zug, mit dem wir zum Bahnhof am Frankfurter Flughafen fuhren.
Von dort aus liefen wir zu unserem Shuttlebus, der uns zum richtigen Terminal brachte. Dort checkten wir uns selber ein und gaben unser Gepäck auf. Um zu den Sicherheitskontrollen zu kommen, mussten wir erneut unseren Pass zeigen. Neben den regulären Sicherheitschecks durchliefen einige vom Zufall ausgewählte Schüler eine besonders aufwendige Sicherheitskontrolle. Letztlich mussten wir aber niemanden zurücklassen und das Boarding begann um 9:40 Uhr, wobei wir die letzten waren, die aufgerufen wurden, um das Flugzeug zu betreten.
Einigen war etwas mulmig zumute, weil sie zum ersten Mal flogen bzw. Flugangst hatten. Der Flug verlief aber zum Glück ohne größere Turbulenzen und viele nutzten das Entertainment-Programm von American Airlines, um sich Filme anzuschauen, Musik zu hören oder Spiele zu spielen. Andere holten den Schlaf nach, den sie verpasst hatten. Nach 8 Stunden Flug kamen wir um ca. 13:00 Uhr (Ortszeit) in Philadelphia an. Erneut mussten wir mehrere Kontrollen durchlaufen, bevor wir die USA „betreten“ durften: Die Beamten bei der Einreisekontrolle stellten uns eine Reihe von Fragen zu unserem Aufenthalt, waren alles in allem aber erstaunlich freundlich.
Am Flughafen empfing uns dann eine Delegation unserer Gastfamilien und nach einer anderthalbstündigen Fahrt auf dem Highway erreichten wir endlich Elizabethtown. Wir freuten uns die ganze Zeit schon riesig, unsere Austauschpartner wiederzusehen, und dann war es endlich so weit: Wir trafen uns alle noch einmal vor der Schule, um auf unsere Partnerfamilien aufgeteilt zu werden. Den Abend verbrachten wir dann mit unseren Familien. Auf uns alle wartete ein sehr schönes und aufregendes Wochenende.

Bericht: Henrik Schüller & Brian Schutte

1172 Views