Das Gradnetz der Erdkugel

 

Alpha: Geographische Länge des Ortes X
Beta: Geographische Breite des Ortes X

 

Als Bezugspunkt für die Zählung der Längengrade wird heute der Längenkreis durch die Sternwarte von Greenwich (ein Vorort von London) verwendet.

Diese Regelung wird jedoch erst seit Ende des 19. Jahrhunderts auf der ganzen Welt verwendet. Im Jahr 1886 kamen 26 Staaten bei der Internationalen Meridiankonferenz in der US-Hauptstadt Washington überein, in Zukunft den den Längenkreis durch die Sternwarte von Greewich als Nullmeridian zu verwenden. Vorher war es in vielen Ländern üblich, die westlichste der Kanarischen Inseln, die Insel Hierro als Bezugspunkt zu verwenden. Hierro war der westlichste Punkt der „Alten Welt“, also der Welt vor Entdeckung Amerikas. Diese Insel liegt etwa 18 Grad westlich von Greenwich. Deshalb haben Orte in Europa nach alter Zählung eine um etwa 18 Grad größere geographische Länge als heute.

Dies ist auch der Grund dafür, warum in dem Buch "Die Geschichte der Stadt Vaihingen an der Enz", Seite 8, als geographische Länge von Vaihingen 26°37'10,87'' östliche Länge angegeben wird. Diese Messung stammt aus dem Jahr 1855. Es handelt sich also nicht um einen Messfehler, sondern einfach um einen Wechsel des Bezugspunktes.