Längengrad

Die wahre Geschichte eines einsamen Genies, welches das größte wissenschaftliche Problem seiner Zeit löste

 

In früheren Zeiten, war das größte Problem der Seefahrt, die Positionsbestimmung. Das Problem waren nicht die Breitengrade, jeder Kapitän konnte sie leicht bestimmen, die Längengrade stellten ein unüberwindbares Hindernis dar.

Da es keine exakte Methode gab die Position zu bestimmen, versuchte man die Position anhand von Geschwindigkeit und Kurs zu schätzen — insbesondere nach langen Fahrten oder Gefechten eher ein Lotteriespiel. Viele Schiffe sanken allein aus diesem Grund, und Schiffe befuhren gerne bewährte, ungefährliche Strecken, orientierten sich an Strömungen. Diese Tatsache lockte Piraten an, neben der Gefahr sich zu verirren kam nun noch mehr hinzu.

Im Jahre 1714 setzte das britische Parlament ein Preisgeld von 20000 Pfund für den aus, der es schafft, ein geeignetes Messinstrument zu erfinden, mit dem man die geographische Länge bis auf 1 Grad genau bestimmen kann. Ein Wettstreit zwischen Scharlatanen und Wissenschaftlern entbrannte.

Es wurde eine Kommission, die zur Mehrheit aus Astronomen und Wissenschaftlern bestand eingesetzt, um die Vergabe des Preises zu regeln.

Die meisten Wissenschaftler meinten, das die beste Möglichkeit zur Bestimmung der Position in den Sternen liegen würde. Viele Astronomen begannen nach einer solchen Möglichkeit zu forschen, und einige, wie Isaac Newton vertraten die Ansicht, dass es anders nie möglich sein würde.

1730 baute John Harrison (24. März 1693 – 24. März 1776), gelernter Tischler, die H-1 (Harrison Nr. 1) als ersten Chronometer. Die H-1 ist über 30 kg schwer und 1,2o m hoch.

John Harrison

Seine erste Uhr, die H1

1736 wurde die H-1 an Bord eines Schiffes auf der Fahrt nach Lissabon getestet. Die Längengradkommision, die auf eine Lösung von seitens der Astronomie hoffte, war von der H-1 beeindruckt, forderte aber ein billigeres und kleineres Modell zur Massenproduktion. Harrison bekam einen Zuschuss, damit er sein Projekt weiterführen konnte.

Die darauffolgende H-2 war wesentlich kleiner und verbessert. Harrison, der mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, baute anschließend noch eine H-3.

1759, Harrison war bereits 66 Jahre alt, gelang ihm schließlich der Durchbruch mit seiner H4. Sie wurde auf eine Testfahrt geschickt und bestand ihn mit Bravour. Nach der Schiffsreise nach Jamaika ging sie nach ca. 5 Monaten nur 5 Sekunden nach. Dieses entspricht einem Fehler von nur 1,25 Bogenminuten.

1772 bekam Harrison nach dem Bau der H-5 endlich das ihm zustehende Preisgeld.

Als erster schuf der dt. Astronom Tobias Mayer im Jahre 1752 sogenannte Mondtafeln. Die dafür notwendigen sehr exakten Messungen des Winkels zwischen Mond und einem Fixstern, die sehr umfangreichen Tabellen und eine sehr komplizierte Rechenarbeit, für die selbst geübte Mathematiker Stunden brauchten, machten diese Methode aber nicht geeignet für die Seefahrt.

 

Quellen:

Dava Sobel - „Längengrad“

http://www.kulturgeschichte.w-hansch.de/VerenaB.htm