Was sind Längengrade?

 

Für die genaue Bestimmung Deines Aufenthaltsortes auf der Erde sind die zwei Richtungen wichtig: Die Nord-Süd-Richtung und die Ost-West-Richtung.

Ein paar pfiffige Leute kamen auf die Idee, die beiden Pole der Erde mit Linien zu verbinden, wie Du es in der Abbildung sehen kannst. Diese Linien nannten sie Längengrade oder auch Meridiane, das ist dasselbe. Die Längengrade sind durchnumeriert, das heißt, jeder Längengrad trägt eine Ziffer. Wenn Du Deinen Rettern nun sagst, dass du Dich auf dem 28. westlichen Längengrad befindest, so wissen diese genau, wie weit sie nach Westen fahren müssen, um Dich zu finden.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass man sich weltweit darauf einigt, wo man mit dem Zählen der Längengrade beginnt. Nach einigem Hin und Her hat man 1911 bei einer internationalen Konferenz in Paris bestimmt, dass man bei dem Längengrad zu zählen beginnt, der genau durch die Sternwarte von Greenwich geht - das liegt in der Nähe von London. Diesen besonderen Längengrad nennt man seitdem den Nullmeridian! Vom Nullmeridian aus zählt man nun 180 Längengrade nach Westen, die sogenannten westlichen Längengrade, und 180 nach Osten, das sind die Meridiane östlicher Länge. Der 180. Längengrad westlicher Länge, abgekürzt: 180° W, ist genau derselbe Meridian wie 180° O (lies: 180 Grad östliche Länge). Er liegt vom Nullmeridian aus gesehen genau auf der Rückseite der Erde.

Das Festlegen, der geographischen Länge!

Der Zeitpunkt des höchsten Sonnenstandes an den einzelnen Längengraden steht fest und kann z.B. aus Sternkalendern entnommen werden. Nun muss man nur noch die Differenz dieser bekanten Zeit und der am Beobachtungsort gemessenen Zeit ausrechnen. 4 min Zeitunterschied entspricht 1°. Bei einem Ort weiter westlich beginnt die Kulmination später. An einem Ort weiter östlich erfolgt die Kulmination früher. Der nullte Längengrad liegt in Greenwich, dies ist der Bezugspunkt für die Zählung der Längengrade.

Jan Schray 8a ; Raphael Goldschmid 8a