4.5.11: Exkursion ins Forschungszentrum der Firma BOSCH in Schwieberdingen

Foto: BOSCH
| Bei einer Exkursion in das Forschungszentrum der Firma
BOSCH hatten die Schülerinnen und Schüler der beiden 4stündigen
Chemiekurse die Gelegenheit, Themen, die gerade im Unterricht behandelt
werden, auch in der Praxis kennen zu lernen.
Gas-Chromatographie Mit Hilfe der Gas-Chromatographie kann man Stoffgemische in die einzelnen Bestandteile trennen. Im Forschungszentrum trennt man damit zum Beispiel die Bestandteile von Benzin und Diesel. Da die Produkte von BOSCH (z.B. Einspritzpumpen) in alle Welt verkauft werden, muss vor Erlangung der Serienreife in ausgiebigen Testreihen untersucht werden, wie sie mit den verschiedenen Treibstoffqualitäten zurecht kommen. So sind Benzin und Diesel in Russland oder China z.B. oft relativ stark verunreinigt. In Brasilien dagegen wird dem Benzin in größeren Mengen Ethanol beigemischt. In Schwieberdingen gibt es deshalb einen Vorrat mit Treibstoffproben aus aller Welt. Unserer Gruppe wurde auch ein Teststand für Benzineinspritzpumpen praktisch vorgeführt. In dem Testprogramm wurden verschiedene Drehzahlen gefahren. Bei Drehzahlen, die einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 200 km/h pro Stunde entsprechen, war die Geräuschentwicklung schon sehr beachtlich. Auch ein aktuelles Problem wurde angesprochen: Der E10-Treibstoff, also Superbenzin mit einem Ethanolgehalt von 10%, hat in letzter Zeit ziemlich viel Wirbel gemacht. In der Tat vertragen alte Einspritzpumpen, die aus Druckguss-Aluminium gefertigt sind, diesen Treibstoff nicht. Diese Einspritzpumpen werden jedoch seit einigen Jahren schon nicht mehr verwendet. Wenn ein Automobilhersteller für seine Modelle die Freigabe für E10 erteilt, dann kann man sich auch darauf verlassen. Korrosionsprüfung Teile, die im Motorraum verbaut sind, sind von der Straße her einem ständigen "Beschuss" mit mehr oder weniger salzhaltigem Wasser ausgesetzt. Um das Langzeitverhalten zu testen, gibt es spezielle Kammern, in denen die Teile über längere Zeit salzhaltigem Wasserdampf ausgesetzt werden können. Dabei zeigt sich dann, welche Materialien geeignet sind und welche nicht. In einer Klimakammer lässt sich testen, wie die Teile z.B. eine Schiffsreise nach China, die ja etwa einen Monat dauert, überstehen. In dem einen Raum lässt sich dazu das Klima "Tropennacht" (23°C, 83% Luftfeuchtigkeit) einstellen, im anderen Raum "Tropentag" (40°C, über 90% Luftfeuchtigkeit). Wir sind in beiden Räumen gewesen, waren aber froh, dass wir den Tropentag schnell wieder verlassen konnten. Zum Abschluss haben wir auf Einladung von Bosch in der Werkskantine zu Mittag gegessen. Wir danken Frau Haitz für die Organisation der interessanten Führung, die den Unterrichtsstoff in idealer Weise ergänzt und veranschaulicht hat. Mehr über das Forschungszentrum in Schwieberdingen gibt es unter diesem LINK. |
