Molybdän

Molybdän ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Mo und der Ordnungszahl 42.


Eigenschaften:

Dichte 10280 kg/m³
Schmelzpunkt 2623°C
Aussehen silbrigweiß glänzend
Weitere Eigenschaften Sehr fest, zäh und ein hartes Metall, außerdem ist es sehr unempfindlich gegenüber Säuren


Von allen Elementen dieser Periode besitzt es den höchsten Schmelzpunkt.

 Molybdän wird in großen Mengen zur Herstellung von
säurebeständigen Edelstählen und Nickelwerkstoffen eingesetzt.
Oxidierende Säuren wie heiße konzentrierte Schwefelsäure,
Salpetersäure oder Königswasser führen zu hohen Abtragsraten.
Ebenso unbeständig ist Molybdän in oxidierenden
Alkalischmelzen.
In kleinen Zusätzen dient es zur Härtung von Stahl.


Anwendungen:

Mehr als 2/3 des hergestellten Molybdäns wird zur Erzeugung
von Metalllegierungen verbraucht. Wolframverknappung im
ersten Weltkrieg führte zu vermehrtem Einsatz von Molybdän zur
Herstellung von hochfesten Werkstoffen. Bis heute ist Molybdän
ein Legierungselement zur Steigerung von Festigkeit, Korrosions-
und Hitzebeständigkeit. Molybdän wird zur Herstellung von Flugzeug- und Raketenteilen verwendet. In der Ölverarbeitung wird es als Katalysator zur Schwefelentfernung eingesetzt.

Molybdändisulfid ist aufgrund seiner Schichtstruktur ein ideales
Schmiermittel, auch bei erhöhten Temperaturen. Es kann als
Feststoff, wie Graphit, aber auch suspendiert in herkömmlichen
Schmierölen verwandt werden. Auch in elektronischen Bauteilen
ist Molybdän zu finden.

Molybdate werden zur Imprägnierung von Stoffen verwendet,
um diese schwer entflammbar zu machen. Molybdän dient auch zum Überziehen von Messern, weil es gegen Säuren beständig ist und sehr hart ist. 

Molybdän ist in Brot enthalten. Außerdem in: Bohnen, Erbsen, Sojabohnen und Erdnüssen. Molybdän ist ein sehr wichtiges Spurenelement.

Molybdän in der Elektrotechnik und Elektronik:

In der Elektronik werden die Eigenschaften des Molybdän (gute
Wärmeleitfähigkeit und geringe Ausdehnung bei hohen Temperaturen) für
den Einsatz als "Heat Sinks" (Unterleger für elektrische und
elektronische Bauteile, die sich stark erwärmen) benötigt.

Auch in der Lampenindustrie werden die genannten Eigenschaften des
Molybdän sehr geschätzt. Haltedrähte für Glühwendeln werden stets aus
Molybdän gefertigt.


Geschichte:

Molybdän, von griechisch. molybdos für Blei, das in Lagerstätten in
der Regel als Molybdänglanz (Molybdändisulfid) vorkommt
wurde lange Zeit mit Bleiglanz oder auch Graphit verwechselt.
1778 gelang es Carl Wilhelm Scheele aus Molybdänglanz durch
Behandlung mit Salpetersäure das weiße Molybdäntrioxid MoO3
(Wasserbleierde) herzustellen. 1782 reduzierte P. J. Hjelm das
Oxid mit Kohle zum elementaren Molybdän. Wegen seiner
schwierigen Bearbeitbarkeit fand Molybdän lange Zeit keine
Beachtung. Ende des 19. Jahrhunderts bemerkten Mitarbeiter
der französischen Firma Schneider & Co. bei der Herstellung
von Panzerplatten die nützlichen Eigenschaften von Molybdän als
Legierungselement.

Gewinnung:

Molybdän kann nicht durch Reduktion mit Kohle aus den oxidischen Erzen gewonnen werden, da hierbei Molybdänkarbid entsteht.

Physiologie:

Molybdän ist für Pflanzen wichtig. Durch Molybdänmangel kann ein Boden unfruchtbar sein. Einige Pflanzen gehen mit Bakterien Symbiosen ein (Knöllchenbakterien), die in der Lage sind mit einem molybdänhaltigen Enzym Luftstickstoff zu binden.

Lebewesen nutzen molybdänhaltige Enzyme zur Harnsäurebildung. Einige Tierarten weisen durch
Molybdängaben im Futter ein erhöhtes Wachstum auf.


Vorsichtsmaßnahmen:


Molybdänstaub und -verbindungen wie Molybdäntrioxid und wasserlösliche Molybdate sind giftig, wenn sie inhaliert oder oral eingenommen werden.

Tests lassen vermuten, das Molybdän im Gegensatz zu vielen anderen Schwermetallen relativ wenig giftig wirkt. Akute Vergiftungen sind wegen der dazu notwendigen Mengen unwahrscheinlich. Im Bereich des Molybdänbergbaus und -herstellung könnten höhere Molybdänexpositionen vorkommen. Bisher sind aber keine Krankheitsfälle bekannt geworden.
Heißes Molybdän.

                                                                            

                                                                           Susanne Günther, Stefanie Mozer & Nadine Roller