14.6.06: Profilkurs Chemie Klassenstufe 13 besucht das Werk Kuppenheim der Firma August Krempel Söhne GmbH
Die Firma August Krempel Söhne GmbH und Co. KG wurde ursprünglich in
Stuttgart als Papier- und Pappenhandlung gegründet. 1911 wurde die Papierfabrik
in Enzweihingen gekauft, 1918 begann dort die Produktion von
"Tafelpressspan", einem Material auf Cellulosebasis, das zur Isolation
spannungsführender Teile z.B. in Elektrogeräten und Transformatoren diente.
Auch heute noch wird dieses Material (das man auch als eine spezielle Art von
Papier bezeichnen könnte) verwendet, es gibt kein Kunststoffprodukt, das bei
gleichen Kosten ähnlich gute Eigenschaften hat.
Im 1962 neu gegründeten Zweigwerk in Kuppenheim (Kreis Rastatt) werden
"Elektroisolierstoffe", wie die Weiterentwicklungen des
Tafelpressspans heute genannt werden, hergestellt. Die Schülerinnen und
Schüler des Profilkurses Chemie hatten die Gelegenheit, das Werk zu
besichtigen.
Herr Krieg begrüßt die Gruppe
Die Herstellung von Elektroisolierstoffen hat große Ähnlichkeit mit der Herstellung mit der Herstellung von "normalem" Papier: Cellulose (Sie wird heute vor allem in Skandinavien und Russland gekauft) wird in speziellen Mühlen unter Zugabe von viel Wasser ein "Cellulosebrei" hergestellt.
Ein Museumsstück neben der Produktionshalle:
Zwischen solchen Walzen aus Stein (auch "Holländermühle genannt)
wird die Cellulose zerrieben
Der Cellulosebrei wird nun zwischen rotierende Walzen gebracht, wobei das Wasser heraus gepresst wird und die Cellulosefasern miteinander zum noch "rohen" Papier verfilzen.

In weiteren Walzen wird das Papier noch geglättet. Bis hierher entspricht das Verfahren der normalen Papierherstellung. Um "Isolationspapier" mit verschiedener Dicke zu produzieren, werden einzelnen Schichten miteinander verklebt. Dazu werden auf dem Papier quadratische Klebstoffpunkte aufgetragen. Durch Erhitzen werden die einzelnen Schichten dann später miteinander verklebt.

Von links nach rechts:
Das Rohpapier ist noch wellig, das geglättete Papier, Papier mit Klebepunkten

Anwendung in einem Elektromotor: Das Papier (rot) isoliert
spannungsführende Teile gegeneinander
Ein weiteres Produkt des Werks Kuppenheim sind "Flexible Basismaterialien". Dabei handelt es sich um Kunststofffolien, auf die eine dünne Kupferfolie geklebt wird. Dieses Material wird an die Hersteller von flexiblen gedruckten Schaltungen verkauft, die durch spezielle Ätzprozesse darauf ihre Leiterbahnen herstellen.

Ein Messemuster der Firma Krempel:
Hier wird potentiellen Kunden gezeigt, welche Formen sich
herstellen lassen

Eine solche Schaltung wird bei Fahrzeugen
von Daimler Chrysler
verwendet (hinter der Armaturentafel)

Eine Schaltung aus einem Handy

Das letzte Gruppenbild des
Chemie-Profilkurses 2004/06:
Mit dieser Exkursion endete der Chemie-Unterricht