Profilkurs auf den Spuren der Kunststoffverarbeitung

 

Nein, was ihr auf diesem Bild seht ist nicht das Haargel von Sven, auch wenn die Wirkung nach dem Trocknen ähnlich wäre, einmal abgesehen davon, dass diese Lösung von längerer Dauer wäre und vor allem unschlagbar stabil.

 

 

Es ist vielmehr der Grundstoff dessen, womit wir (der Profilkurs Chemie, Klasse 13) uns am 22.01.08 an der Hochschule Pforzheim beschäftigten, der Kunststoffverarbeitung. Es ist leicht verflüssigter thermoplastischer Kunststoff.

 

 

Bei Haselnussschokolade und Kunststoffteilen gab uns Professor Frey ein Überblick über die, in der Industrie verwendeten Kunststoffe. Kunststoffe verschiedenster Art sind heute die Grundlage ach so vieler lebenswichtiger und auch alltäglicher Dinge: I-Pod-Gehäuse, Motorsägengehäuse, PET-Flaschen, Autoreifen, Kleidung etc.

Ohne die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Thermoplaste ginge heute nichts mehr.

Die Thermoplaste sind darum so besonders geeignet, da man sie ohne hohen Energieaufwand im Spritzgussverfahren in Form bringen kann. Grundlage ist Kunststoffgranulat: hier gefärbt aber auch farblos verwertet.

 

 

Da sie jedoch extrem UV-empfindlich sind, wird ihnen zum Beispiel Russ (Autoreifen) beigemischt. Dem Rohstoff kann auch mit Glasfasern zusätzliche Stabilität verliehen werden, was ihn zu einem ausgeklügelten High-Tech-Produkt macht. Ein Grund für die Vielfältigkeit ist das einfache mögliche Einfärben mit Farbpigmenten. Als Ersatz für schweres Glas kommen Kunststoffe zum Beispiel auch als Linsen in modernen Spurmessgeräten und Armaturenbeleuchtungen der Autos und schon lange als Brillengläser zum Einsatz (Eine Erleichterung für alle Brillenträger!).

 

 

Nach dieser Einführung kam die eigentliche Verarbeitung, das Spritzgießen. Diesen Teil übernahm der technische Ingenieur Herr Kusterer.

 

 

 

Das Spitzgießen ist ein Verfahren bei dem verflüssigtes Granulat mit – bei dieser Maschine - 2000 bar (zum Vergleich: ein Autoreifen hat ca. 2 bar) in eine Form gebracht wird.

 

      

 

Die Maschine schafft es hierzu einen Gegendruck von umgerechnet 25 t aufzubringen, genug um einen leichten Kampfpanzer anzuheben. Die Verarbeitungstemperatur beträgt ungefähr 220°C. Als Demonstrationsobjekte stellte Herr Kusterer für uns Materialteststäbchen her, die aber bald in den Händen mancher Kursteilnehmer als Cocktail-Rührer ein glückliches Dasein führen werden, statt qualvoll an den Materialtests der FH-Studenten zu Grunde zu gehen.

 

 

 

Der zweite praktische Teil war das Thermoformen.

 

   

 

Dabei wird eine erwärmte Platte mit Vakuum über eine Form gezogen. Beim Erkalten wird die Form übernommen. So entstehen zum Beispiel Modelle von Schlitten für Erwachsenen, hier mit der Form dargestellt.

 

 

Der Versuch Sortiergefäße zum Mitnehmen scheiterte leider an mangelndem richtig vorbereitetem oder am zu dünnen Kunststoff. Mache Kunststoffe können Wasser aufnehmen, das dann beim Formen zu etwas eigenwilligen Resultaten führt. Eine Idee wäre es gewesen, diese Resultate für den BK-Unterricht mitzunehmen, sahen sie doch moderner Kunst zum Verwechseln ähnlich.

 

 

          Kunststoff zu dünn                                              Kunststoff schlecht getrocknet

 

Ergebnis: Keinen Nutzen aber BK Note 1 ;-)

 

Die Temperatur zum Verarbeiten des Rohstoffs ist immer abhängig vom Material. Gesucht wird der thermoplastische Bereich, innerhalb dem das Material optimale Konsistenz hat. Zu warm bedeutet flüssig oder Löcher, zu kalt bedeutet schlechte Formgebung. Würde man eine fertige Form erneut erhitzen, geht sie in den Ausgangszustand zurück. Diese Eigenschaft wird als Formgedächtnis bezeichnet.

 

 

Nach zwei Stunden war ein interessanter Tag vorbei und der Kurs reiste mit neuem Wissen bestückt und strahlend zurück nach Vaihingen.

 

 

Ein Dankeschön geht an dieser Stelle an Herrn Stark, der uns diesen lehrreichen Ausflug ermöglicht hat und mit seinem Wissen selbst die Ingenieure in den Schatten stellen konnte.

 

Nathalie Schmidt, Felix Köhler (Klassenstufe 13)

 

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