Ein Tag in der süßen Welt des Zuckers
Am Montag, den 27.11.06 wurde es interessierten Schülern der Oberstufe ermöglicht, im Rahmen des Chemieunterrichts die Zuckerfabrik
Offenau der Südzucker AG zu besichtigen. Die Anfahrt erfolgte mit Privatautos. Dort erwarteten uns nicht nur die Kälte und ein sehr beißender Geruch, dessen Ursache nicht eindeutig zuzuordnen war. Mit einer weiteren Gruppe von Schülern
des Hölderlin-Gymnasiums Lauffen wurden wir dann durch die Fabrik geführt. Zu Beginn stellte sich unser Führer vor, ein ehemaliger Ingenieur der Firma. Er erzählte uns viel über die Firmengeschichte und berichtete uns auch weitere wirtschaftliche Details. Ein Film erläuterte uns nun die Grundlagen der Zuckerherstellung. Vom Anbau bis zur Tüte. Es folgte eine Begehung des Firmengeländes. Dort zeigte er uns zuerst die Anlieferstelle für die Zuckerrüben, an der einige Rüben entnommen werden um ihre Qualität zu prüfen. Die Rüben werden von den Bauern an die Fabrik geliefert, oder von dieser am Feld abgeholt. Dort werden sie mit Wasser vom Transporter gespült. Anschließend werden sie mehrfach gewaschen, während die Blätter bereits vom Vollernter entfernt wurden. Nach der Außenanlage wurde uns die Verpackungsanlage per Video gezeigt und uns wurden einige Südzuckerprodukte vorgestellt. Danach wurde uns die eigentliche Fabrik gezeigt, in der an einigen Stellen Temperaturen über 36° herrschen. Wir durften einige Zuckervorprodukte kosten. Es folgt eine kurze Erläuterung über die Herstellung des geliebten Süß’:
Die Rüben werden zu Schnitzeln zerkleinert und im so genannten Extraktionsturm weiterbearbeitet. Über ein Transportband werden die Schnitzel im Turm nach oben geführt, während nach unten Wasser fließt. Der Zucker löst sich im heißen Wasser. Die jetzt ca. 16%-ige Lösung wird Rohsaft genannt. Um Nichtzuckerstoffe zu binden wird vorher hergestellte Kalkmilch und
CO2 zugegeben. Übrig bleibt eine klare Zuckerlösung, der Dünnsaft. Er wird mehrmals verdampft, zurückbleibt der Dicksaft. Zur Unterstützung der nun folgenden Kristallisation wird Puderzucker beigegeben. In Zentrifugen wird die Melasse vom weißen Zucker abgeschleudert. Die Melasse wird zusammen mit den übrigen Schnitzeln zu Pellets gepresst und als Viehfutter verkauft. Anschließend wird der Zucker getrocknet und kann zu verschiedenen Sorten verarbeitet werden, z.B. Puderzucker, Gelierzucker und Würfelzucker.
Nach der zweieinhalbstündigen Führung hatten alle anschließend bei Kaffee und Kuchen (mit Südzucker
gebacken!) die Möglichkeit Fragen zu stellen. Jeder von uns bekam eine Packung Glückszucker geschenkt und wir durften uns einige Broschüren und Rezeptbücher mitnehmen.
Nach einem interessanten Tag und vielen neuen Eindrücken machten wir uns dann auf den Heimweg. Man kann sagen, dass es ein aufschlussreicher Ausflug war, der einen guten Einblick in die Welt des Zuckers lieferte.
Unser Führer lies es sich auch nicht nehmen mit einigen weit verbreiteten Gerüchten aufzuräumen und den Zucker zu preisen.
Zucker fördert nicht nur die Konzentration und liefert Energie für lebenswichtige Prozesse im Körper (Verbrennung), er ist auch ein wertvoller Zusatz bei Speisen und Getränken. Er erhält die natürliche Farbe von Früchten, verstärkt Aromen und Düfte und schützt Vitamin C vor der Zerstörung.
Auch beim Zucker gibt es eine Biovariante. Dieser wird separat angeliefert und zuerst verarbeitet. Der Witz bei der Sache ist aber die Tatsache, dass es nicht möglich ist das Endprodukt chemisch vom normalen Zucker zu
unterscheiden.
Auch das Klischee des gesunden braunen Zuckers wurde zerstört. Bei dieser Sorte wird auf den fertigen weißen Zucker mit Düsen Rohrzuckermelasse aufgesprüht. Gesünder ist er jedoch auf keinen Fall. Einziger Unterschied vom „normalen“ Zucker ist bei beiden der Preis. Biozucker ist dreimal, brauner Zucker doppelt so teuer.
Abschließend können wir feststellen, dass es eine rundum gelungene Exkursion war und man nur allen empfehlen kann Südzucker auch einmal zu besuchen um die faszinierende Welt des Zuckers näher kennen zu lernen.
Felix Köhler, Meike Boob, Andrea Vogt und Kathrin Schönborn (Klassenstufe 12)
LINKS:
Das Stichwort "Zucker" bei WIKIPEDIA
Das Stichwort "Zuckerfabrikation" bei WIKIPEDIA
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Eine Alternative zum Zucker stellen Süßstoffe dar. Im Profilkurs Chemie Klasse 13 hat Eike Peters dazu eine GFS angefertigt, die Materialien finden Sie hier.