Erneuter Wettstreit um die besten Argumente

(Hx). Soll privates Silvester-Feuerwerk verboten werden? Oder soll das Schulfach „Praktische Lebensführung“ eingeführt werden? Und soll innerhalb EU die Zeitumstellung abgeschafft werden? Diese Fragen mussten acht Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des Stromberg-Gymnasiums am vergangenen Donnerstag vor großem Publikum diskutieren, um sich für die kommende Regionalausscheidung des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ zu qualifizieren.

Der renommierte Wettbewerb, bei dem bundesweit ca. 200 000 Schülerinnen und Schüler an 1200 Schulen gegeneinander antreten, findet dieses Jahr zum 17. Mal statt. Ziel des Wettbewerbs unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ist es, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, ihre eigene Meinung zu vertreten, sich aber gleichzeitig mit den Meinungen anderer fair und sachlich auseinanderzusetzen. Das Stromberg-Gymnasium, das das Projekt fest im Schulcurriculum des Faches Deutsch verankert hat, nimmt in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal teil.

Bereits in den letzten Wochen vor den Weihnachtsferien hatten die Neuntklässler im Deutschunterricht das Debattieren trainiert, an ihrem Ausdrucksvermögen und ihrer Gesprächsfähigkeit gefeilt und schließlich die überzeugendsten Debattanten zu Klassensiegern gekürt. Diese acht Besten durften nun zunächst in zwei Halbfinals gegeneinander antreten.

Zu Beginn stand dabei die Frage nach dem Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk zur Debatte. Ein solches sei unbedingt notwendig, forderten Sina Müller und Felix Sigmund, die hohe Verletzungsgefahr sowie die enorme Umweltbelastung sprächen für sich. Dem stellten Nele S. und Ella Böpple auf der Contra-Seite jedoch die Freiheitsrechte der Bürger sowie wirtschaftliche Folgen gegenüber und setzten statt auf ein Verbot lieber auf die Einführung einer Feinstaubsteuer oder umfassende Präventionsmaßnahmen zum richtigen Umgang mit Knallkörpern. Mit guter Sachkenntnis wurde über die Durchführbarkeit der jeweiligen Maßnahmen gestritten, Güter gegeneinander abgewogen und Schlupflöcher aufgedeckt.

Ähnlich hitzig verlief die Debatte um die Frage nach der Einführung des Schulfaches „Praktische Lebensführung“. Während Cedric Krugmeister und Luisa Herm betonten, wie wichtig ein gewisses Basiswissen im Bereich Mietverträge, Kontoeröffnung und Steuererklärung sei, stellten Raoul Klohr und Nina Meierhofer vor allem die praktischen Probleme bei der Einführung eines solchen Faches in den Vordergrund. Lehrermangel und ein bereits jetzt zu großer Lernstress sprächen dagegen, außerdem seien hier vor allem die Eltern in der Pflicht, ihren Kindern das nötige Basiswissen beizubringen.

Der Jury, bestehend aus den Deutschlehrerinnen Sophia Hammel und Ann-Kathrin Helfert sowie dem J1-Schüler Alan Kleinbeck, der im letzten Jahr auf Regionalebene in Altersklasse II angetreten war, fiel es denkbar schwer, die vier besten Debattanten auszumachen. Nach langen Diskussionen standen schließlich Luisa Herm, Sina Müller, Nele S. und Felix Sigmund als Finalisten fest.

Dass diese vier zu Recht ins Finale gekommen sind, stellten sie in der unmittelbar folgenden Finaldebatte um die EU-weite Abschaffung der Zeitumstellung unter Beweis. Während sich Luisa und Sina nach Kräften bemühten, die gesundheitlichen Nachteile herauszustellen, welche die Zeitumstellung für Mensch und Tier habe, gelang es Nele und Felix immer wieder, durch fundierte Sachkenntnis und gezieltes Nachbohren die Lücken in der Argumentation der Pro-Seite aufzudecken und die negativen Folgen einer Abschaffung anschaulich zu machen.

Als aufmerksamer und zielstrebiger Redner konnte schließlich Felix die Jury am meisten von sich überzeugen. Durch ihre Fähigkeit, in der Debatte stets den Überblick zu behalten, sicherte sich Nele den zweiten Platz und damit ebenfalls den Einzug in die Regionalqualifikation, die am 15. Februar an der Maximilian-Lutz-Realschule in Besigheim stattfinden wird.