{"id":28575,"date":"2021-11-16T15:52:42","date_gmt":"2021-11-16T14:52:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?p=28575"},"modified":"2021-11-16T15:52:42","modified_gmt":"2021-11-16T14:52:42","slug":"ueber-den-schanzentisch-auf-die-aufsprungbahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?p=28575","title":{"rendered":"\u00dcber den Schanzentisch auf die Aufsprungbahn"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>NwT-Sch\u00fcler konstruieren Skisprungschanze f\u00fcr Junior.ING-Wettbewerb<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Athlet nimmt auf dem Zitterbalken Platz und schaut in die Tiefe. Der Blick die Skisprungschanze hinunter versetzt ihm einen Adrenalinsto\u00df. Die Ampel schaltet auf Gr\u00fcn. Er st\u00f6\u00dft sich ab und gleitet in geb\u00fcckter Haltung die Anlaufbahn hinunter. Mit einer Geschwindigkeit von 90 km\/h passiert er den Schanzentisch \u2013 und springt ab. Seine Ski formen in der Luft ein \u201eV\u201c. Er leitet die Landung ein, stellt die Ski wieder parallel und breitet die Arme aus. Schlie\u00dflich landet er sicher auf der Aufsprungbahn und l\u00e4sst den Sprung im Auslauf der Schanze ausklingen. Auch wenn es ihm selbst wie eine kleine Ewigkeit vorkam \u2013 das Ganze hat nur etwa drei Sekunden gedauert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer einen solchen Sprung hinter sich bringt, dem sind Respekt und Bewunderung sicher. Aber was w\u00e4ren Carina Vogt, Sven Hannawald, Jens Wei\u00dfflog oder Martin Schmitt ohne diejenigen gewesen, die viel Hirnschmalz und Schwei\u00df in Konstruktion und Bau der Schanzen gesteckt hatten, von denen aus sie in den Ruhm sprangen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der achten und neunten Klassen des Stromberg-Gymnasiums, die Naturwissenschaft und Technik (NwT) als Profilfach gew\u00e4hlt haben, werden in ein paar Monaten ein Lied davon singen k\u00f6nnen, wie viel \u00dcberlegung und Geschick n\u00f6tig sind, um eine Skisprungschanze zu bauen. Genau dies ist n\u00e4mlich ihre Aufgabe beim Wettbewerb Junior.ING der Ingenieurkammer Baden-W\u00fcrttemberg, der in diesem Jahr unter dem Motto \u201eIdeenSpringen\u201c steht. Verlangt wird, eine Gro\u00dfschanze f\u00fcr einen Wintersportort zu planen und zu bauen \u2013 alleine oder in einer Gruppe von bis zu drei Personen, auf einer Grundfl\u00e4che von maximal 80 mal 20 Zentimetern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eingestimmt auf diese Aufgabe wurden die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in der vergangenen Woche mit einem Expertenvortrag. Dazu waren, fast schon traditionell, Norbert Schr\u00f6ter,&nbsp;leitender Architekt der Bau- und Geb\u00e4udestrategie der Kreissparkasse Ludwigsburg, und Dr. Alexander Hub, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Alfred Rein Ingenieure GmbH in Stuttgart, ans Stromberg-Gymnasium gekommen. Schr\u00f6ter gab auch einen Einblick in die Geschichte des Skispringens. Sie nahm ihren Anfang im 18. Jahrhundert, als norwegische Soldaten waghalsig H\u00e4user- und&nbsp;Scheunend\u00e4cher zu Sprungschanzen umfunktionierten. Zur Geschichte des Skispringens geh\u00f6ren auch seine Erhebung zur olympischen Disziplin im Jahr 1924, der erste Sprung \u00fcber 200 Meter im Jahr 1994 sowie der derzeitige Weltrekord von 253,5 Metern, den der \u00d6sterreicher Stefan Kraft am 18. M\u00e4rz 2017 aufstellte. Au\u00dferdem hielt Schr\u00f6ter eine Vielzahl von Bildern und Informationen \u00fcber Skisprungschanzen in aller Welt bereit. So konnten sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler etwa an den Beispielen ausgew\u00e4hlter Skisprungschanzen in Oberstdorf, Oslo,&nbsp;Nischni Nowgorod, Ironwood (US-Bundesstaat Michigan) oder Pyeongchang (S\u00fcdkorea) ein Bild davon machen, was in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten auf sie zukommt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei aller Inspiration, die bereits existierende Bauwerke liefern k\u00f6nnen, ist es wichtig, \u201eeigene Ideen einzubringen\u201c. Das betonte Alexander Hub gleich zu Beginn seines Beitrags und sah die Anforderungen an die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler als \u201eVierklang\u201c: Eine klare Konstruktion, gute Details (\u201eIngenieure m\u00fcssen das gro\u00dfe Ganze, aber auch Details sehen\u201c), ein anspruchsvolles Design (\u201evielleicht auch einen Ticken \u00fcberraschend\u201c) sowie eine saubere handwerkliche Umsetzung geh\u00f6ren dazu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Hub verwies auf viele schon vorhandene Sprungschanzen, allen voran die \u201egef\u00e4hrlichste Sprungschanze der Welt\u201c: Pitk\u00e4vuori in Finnland. Da eine au\u00dfergew\u00f6hnliche hohe Zahl an verungl\u00fcckten Springern auf ihr Konto ging, wurde sie 1994 stillgelegt. Der Seitenwind war es, der eine zu gro\u00dfe Gefahr darstellte: \u201eDer Wind ist der Feind des Adlers\u201c, brachte es Hub auf den Punkt. Anhand weiterer Beispiele erl\u00e4uterte der promovierte Ingenieur, durch welche Konstruktionen zu viel Seitenwind vermieden werden kann \u2013 etwa durch Windschutznetze oder durch Luftschleusen, wie man sie aus dem Eingangsbereich von Kaufh\u00e4usern kennt. Eine andere M\u00f6glichkeit besteht darin, die Skiflugschanze in eine Waldschneise einzubetten, die den Wind fernh\u00e4lt \u2013 so geschehen im Fall der Bergisel-Schanze in Innsbruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seitenwind fernzuhalten muss indes f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bei der Konstruktion ihrer Skisprungschanze nicht oberste Priorit\u00e4t haben: \u201eEs wird niemand einen F\u00f6hn neben Ihr Modell halten\u201c, versicherte Hub. Zu den Anforderungen geh\u00f6rt vielmehr, dass dieses mit einem Gewicht von 500 Gramm belastbar ist, wie eine Skisprungschanze funktioniert \u2013 und vor allem bis zum Einsendeschluss am 11. Februar fertig ist. Die Preisverleihung auf Landesebene soll dann am 18. Mai im Europa-Park Rust stattfinden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer oder was wird das Modell eigentlich unter den pr\u00fcfenden Blicken der Juroren hinabgleiten, um dessen Funktion als Skisprungschanze zu testen? Eine schn\u00f6de, zur Aussch\u00fcttung von Adrenalin unf\u00e4hige, handels\u00fcbliche Glasmurmel. Schade irgendwie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Bericht und Fotos: Sy<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"850\" src=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"28581\" data-full-url=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2.jpeg\" data-link=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?attachment_id=28581\" class=\"wp-image-28581\" srcset=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2.jpeg 1024w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2-300x249.jpeg 300w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2-768x638.jpeg 768w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-2-325x270.jpeg 325w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">: Norbert Schr\u00f6ter verweist auf ber\u00fchmte Skisprungschanzen aus aller Welt <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"28582\" data-full-url=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3.jpeg\" data-link=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?attachment_id=28582\" class=\"wp-image-28582\" srcset=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3.jpeg 1024w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-3-360x270.jpeg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Alexander Hub zeigt Preistr\u00e4ger-Modelle aus dem Jahr 2016<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"635\" src=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"28583\" data-full-url=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4.jpeg\" data-link=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?attachment_id=28583\" class=\"wp-image-28583\" srcset=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4.jpeg 1024w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4-300x186.jpeg 300w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4-768x476.jpeg 768w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-4-360x223.jpeg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Fragen blieben am Ende des Abends keine offen<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"943\" src=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1.jpeg\" alt=\"\" data-id=\"28580\" data-full-url=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1.jpeg\" data-link=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?attachment_id=28580\" class=\"wp-image-28580\" srcset=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1.jpeg 1024w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1-300x276.jpeg 300w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1-768x707.jpeg 768w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Bild-1-293x270.jpeg 293w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Dr. Alexander Hub und Norbert Schr\u00f6ter stimmen auf den Wettbewerb Junior.ING ein<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Athlet nimmt auf dem Zitterbalken Platz und schaut in die Tiefe. 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