{"id":31984,"date":"2025-01-07T06:00:00","date_gmt":"2025-01-07T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?p=31984"},"modified":"2024-12-20T14:23:47","modified_gmt":"2024-12-20T13:23:47","slug":"die-friedlichste-art-etwas-gegen-antisemitismus-zu-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/?p=31984","title":{"rendered":"Die friedlichste Art, etwas gegen Antisemitismus zu tun"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Drei Sch\u00fclerinnen pr\u00e4sentieren Kurzfilm \u201eJ\u00fcdisches Leben in Freudental\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenkt nach, bevor ihr schnell parteiisch seid. Denkt nach!\u201c Mit diesen Worten ihres j\u00fcdischen Gespr\u00e4chspartners endet der Film \u201eJ\u00fcdisches Leben in Freudental\u201c, den Elin Steger, Leni M\u00fcller und Paia Wagner gedreht haben. Die Worte hallen noch lange nach. Zuvor hat er den drei Sch\u00fclerinnen aus der 10a des Stromberg-Gymnasiums erz\u00e4hlt, wie j\u00fcdische Geschichten und Br\u00e4uche seinen Alltag und sein Familienleben als Vater von vier Kindern pr\u00e4gen. Aber auch, wie seit dem 7. Oktober 2023 die Sorge vor antisemitischen \u00dcbergriffen gr\u00f6\u00dfer geworden ist. Seine beiden S\u00f6hne gehen auf die j\u00fcdische Schule. \u201eAuf einmal haben wir sie wieder zur Schule gebracht und abgeholt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei Gymnasiastinnen haben den Familienvater im Fr\u00fchsommer 2024 im Rahmen des Familientags des P\u00e4dagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge Freudental (PKC) f\u00fcr ihr Filmprojekt interviewt. Von dem Wettbewerb \u201eEuer Film im Kino \u2013 J\u00fcdisches Leben heute\u201c, ausgeschrieben von der KulturRegion Stuttgart, hatten sie von ihrer Religionslehrerin Christiane Pfeiffer erfahren. &#8222;Christen und Juden damals und heute&#8220; war das Thema im Unterricht gewesen. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollten sich zun\u00e4chst mit Baden-W\u00fcrttemberg zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen, mit besonderem Fokus auf Vaihingen, um anschlie\u00dfend zu recherchieren, welche Erinnerungskultur besteht, wie eine Begegnung mit der j\u00fcdischen Religion und Kultur heute m\u00f6glich ist und wo Antisemitismus in unserer Zeit erfahren wird. Als Lernprodukt sollte ein \u201eLapbook\u201c, also ein auffaltbares Poster mit Informationen und Bildern, entstehen \u2013 oder eben ein Film, der f\u00fcr den Wettbewerb der KulturRegion Stuttgart eingereicht werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die drei M\u00e4dchen entschieden sich schnell f\u00fcr den Film. \u201eWir hatten einfach Lust, mal etwas \u00fcber die normale Bearbeitung von Themen im Unterricht hinaus zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Elin. Obwohl sie mit viel Enthusiasmus ans Werk gingen, erwies sich der Weg als steinig. Eine hochbetagte Zeitzeugin konnte aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht vor die Kamera treten, andere Personen und Institutionen hatten angesichts der dramatischen weltpolitischen Lage Bedenken, sich \u00f6ffentlich zu ihren Erfahrungen mit Antisemitismus zu \u00e4u\u00dfern. \u201eWir waren oft kurz davor, Frau Pfeiffer zu sagen, wir machen doch keinen Film\u201c, geben die Sch\u00fclerinnen zu. Das Ergebnis sei nun anders geworden, \u201eals wir es urspr\u00fcnglich geplant hatten, aber es ist gut geworden\u201c, freut sich Paia.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich war es der Kontakt zu Michael Volz, Leiter f\u00fcr P\u00e4dagogik und Kultur am PKC Freudental, der das Projekt in die Erfolgsspur brachte. Volz lud die Sch\u00fclerinnen zum Familientag des PKC im Juni 2024 ein, stand selbst als Interviewpartner zur Verf\u00fcgung und stellte sie dem bereits erw\u00e4hnten j\u00fcdischen Familienvater vor. Zudem konnten die M\u00e4dchen bei der Veranstaltung Aufnahmen f\u00fcr ihren Film sammeln. Dabei an ihrer Seite: Niklas Link, CEO der VAGE Studios in Stuttgart. Link stand Elin, Paia und Leni f\u00fcr die Dauer des Projekts als Mentor zur Verf\u00fcgung. Er gab ihnen eine Einweisung in filmische Techniken, lieh ihnen auch die ben\u00f6tigte Ausr\u00fcstung, darunter eine Drohne, mit der sie Luftaufnahmen von Freudental f\u00fcr ihren Film anfertigen konnte. Als alle Aufnahmen im Kasten waren, unterst\u00fctzte er sie bei einem letzten Treffen am Stromberg-Gymnasium dabei, diese zu schneiden, mit Musik zu unterlegen und sie zu einem stimmigen Gesamtprodukt zusammenzuf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Kenntnissen \u00fcber das Judentum haben sich die Gymnasiastinnen bei der Arbeit an ihrem Film noch weitere Kompetenzen angeeignet. Alle drei verf\u00fcgen nun \u00fcber Grundkenntnisse \u00fcbers Filmemachen, haben sich darin ge\u00fcbt, mit der dazu notwendigen Technik umzugehen und haben ihr Durchhalteverm\u00f6gen trainiert. F\u00fcr Leni war eine der wichtigsten Erkenntnisse, \u201edass am Ende immer etwas rauskommt, wenn man nur dranbleibt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich hat sich die M\u00fche gelohnt: Als eine von insgesamt vier Gruppen wurden die drei M\u00e4dchen an einem Sonntag im November zur Premierenfeier ins Atelier am Bollwerk in Stuttgart eingeladen, um sich gemeinsam mit Publikum ihren Film auf der gro\u00dfen Kinoleinwand anzusehen. Eine Rangfolge f\u00fcr die pr\u00e4mierten Filme wurde nicht festgelegt, der Preis bestand darin, ihr Werk dem Publikum auf einer gro\u00dfen Kinoleinwand vorzuf\u00fchren. Kostenloses Popcorn, Schokolade und einen Gutschein f\u00fcr ein zuk\u00fcnftiges Kinoerlebnis gab es noch dazu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sich ihrer Meinung nach denn viele Menschen ihren Film ansehen sollten, wollte Moderatorin Viktoria Merkulova (WDR) von den Sch\u00fclerinnen wissen. Unbedingt, finden sie \u2013 schon, um zu sehen, \u201ewie Leute t\u00e4glich mit Antisemitimsmus umgehen m\u00fcssen, dass er immer noch so pr\u00e4sent ist\u201c, meint Paia. \u201eKaum jemand mehr wei\u00df, dass Antisemitismus so nah ist, und wie es Betroffenen damit geht\u201c, erg\u00e4nzt Elin.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank der Arbeit der drei M\u00e4dchen wissen es nun einige Menschen mehr. Und wie schon PKC-Mitarbeiter Michael Volz im Interview sagte: \u201eBildung ist die friedlichste Art, etwas gegen Antisemitismus zu machen.\u201c Genau dazu haben die Gymnasiastinnen einen wichtigen Beitrag geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Info:<\/strong> Der Film \u201eJ\u00fcdisches Leben in Freudental\u201c kann gemeinsam mit den \u00fcbrigen Wettbewerbsbeitr\u00e4gen auf der Homepage der KulturRegion Stuttgart, <a href=\"http:\/\/www.kulturregion-stuttgart.de\">www.kulturregion-stuttgart.de<\/a>, angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><em>Bericht: Sy, Bild: Pf<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"563\" src=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/JuedischesLeben24_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31985\" srcset=\"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/JuedischesLeben24_1.jpg 1000w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/JuedischesLeben24_1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/JuedischesLeben24_1-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/JuedischesLeben24_1-360x203.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Paia Wagner, Elin Steger und Leni M\u00fcller (v.l.n.r.) beantworten die Fragen von WDR-Moderatorin Viktoria Merkulova zu ihrem Film \u201eJ\u00fcdisches Leben in Freudental\u201c.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Sch\u00fclerinnen pr\u00e4sentieren Kurzfilm \u201eJ\u00fcdisches Leben in Freudental\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":31986,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[27],"class_list":["post-31984","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unterricht","tag-globales-lernen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31984"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31987,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31984\/revisions\/31987"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/31986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stromberg-gymnasium.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}