Ob Weihnachten als besinnliches Fest begangen wird oder eher in Partystimmung, ist von mehreren Faktoren abhängig: Vom Klima des Landes, in dem man lebt, und der zu Weihnachten herrschenden Jahreszeit, aber auch von dessen christlicher und kultureller Prägung. Und natürlich ist es auch eine Frage der eigenen Gewohnheiten und Vorlieben, wie man sein persönliches Weihnachtsfest ausgestaltet. Die verschiedenen Ensembles des Stromberg-Gymnasiums hatten im Rahmen des Adventskonzerts jedenfalls für jeden Geschmack etwas im Programm, mal eher besinnlich-feierlich, mal fröhlich-beschwingt.

Wie gewohnt eröffneten die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen mit ihren Stimmen – und einer außergewöhnlich hohen Zahl an Instrumenten – das Konzert, darunter Blockflöte, Geige, Gitarre, Keyboard, Saxophon, Trompete und sogar ein Waldhorn. War angesichts ihrer ersten Darbietung an der neuen Schule anfangs noch eine leichte Aufregung zu spüren, so wich diese immer mehr der Freude am gemeinsamen Musizieren. Unter der Leitung der Musiklehrkräfte Barbara Hartmann, Thorsten Hohensee und Patrick Stein verbanden sich die vertrauten Weisen „Alle Jahre wieder“, „Ihr Kinderlein kommet“, „O du fröhliche“, „Fröhliche Weihnacht überall“ und „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ harmonisch zu einem Potpourri, welches das Publikum an diesem Abend sofort in weihnachtliche Stimmung versetzte. Ebenso stimmig: Die kurzen Anmoderationen, mit denen die jungen Sängerinnen und Sänger gekonnt die Brücke zum jeweils nächsten Musikstück schlugen. Am Ende des Auftritts war klar: In Klassenstufe 5 steckt viel Potenzial.
Das Orchester, dirigiert von Thorsten Hohensee, knüpfte mit den beiden traditionellen Adventsliedern „Wir sagen euch an den lieben Advent“ und „O komm, o komm, Immanuel“ nahtlos an die vorherige Darbietung an. Mit „Let it go“ aus „Frozen“ und „The Shire“ aus „Der Herr der Ringe“ präsentierten die Musizierenden aus unterschiedlichen Klassenstufen anschließend zwei Musicalmelodien und bewiesen damit eindrucksvoll die Vielseitigkeit ihres Repertoires.
Mit traditionellem adventlichem Liedgut eröffnete auch der Singtreff der Klassenstufen 5 und 6 unter Leitung von Carmen Förnzler seinen Beitrag zum Programm: Indem auf das getragene „Maria durch ein Dornwald ging“ das fröhliche moderne Gospel „Down in Bethlehem“ folgte, zeigte der Chor seine Wandlungsfähigkeit, unterstützt von Hannah Binder (10b) an der Querflöte und Noah Bickel (6a) am Cajon. Choreographische Elemente rundeten die lebendige Darbietung ab. Stolze dreizehn der jungen Sängerinnen und Sänger wagten sich sogar mit kleinen Soloeinlagen vors Mikrophon, was das große Engagement und die Freude an der Darbietung bei den jungen Musizierenden unterstrich. Beim Kanon „Noël, Noël“ stimmte das Publikum beherzt ein. Nachdem somit alle gemeinsam den ersten Teil des Programms auf einem Höhepunkt hatten enden lassen, kam die kleine Stärkung, welche die Eltern der Klassenstufe 6 bereithielten, gerade recht.

Längst nicht mehr wegzudenken aus einem Konzert im Nebenweg ist auch der Chor conTakt. Der Kooperationschor der Jugendmusikschule Vaihingen und des Stromberg-Gymnasiums übernahm nach der Pause den Einstieg in den zweiten Teil des musikalischen Adventsabends mit seinen Sängerinnen und Sängern, die wie immer in edlem Schwarz mit Akzenten aus unterschiedlichen Rottönen auf der Bühne standen. Chorleiterin Elvira Lessle betonte, wie gewinnbringend das gemeinsame Musizieren von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulen sei: „Es befruchtet sich gegenseitig.“ Nun war es Zeit, die Früchte mal wieder zu ernten: Mit den elegischen Musikstücken „Diamond Bright“ von Lin Marsh und „Starwise“ von Gwyn Arch breitete sich eine elegant-feierliche Stimmung in der Aula des Stromberg-Gymnasiums aus. Sie setzte sich fort, als sich der Chor conTakt für zwei weitere Musikstücke mit dem Singtreff der Klassen 5 und 6 zusammenschloss. Mit „In the Bleak Midwinter“ trugen die jungen Musizierenden zunächst ein von Gustav Holst vertontes Sonett der britischen Dichterin Christina Rossetti aus dem viktorianischen Zeitalter vor und bewiesen damit erneut, wie sicher und souverän sie sich auf musikalisch wie textlich anspruchsvollem Terrain bewegen. Beim heiteren „Calypso Gloria“ der amerikanischen Komponistin Emily Crocker setzte sich dann aber wieder die Fröhlichkeit durch, mit einem Hauch karibischem Flair.
Auf Unbeschwertheit legte auch die Big Band des Stromberg-Gymnasiums den Schwerpunkt. Bandleader Patrick Stein, der die kleine Umbaupause vor dem letzten Programmpunkt mit launigen Worten überbrückte, sprach sogar von „Partystimmung“, die in den nächsten Minuten Einzug halten sollte. Mit weihnachtlich-winterlichen Pop- und Swing-Klassikern wie „Let it snow! Let it snow! Let it snow!“, „Winter Wonderland“ und dem besonders mitreißend intonierten „Sleigh Ride“ setzten Stein und seine Ensemble-Mitglieder diese Ankündigung in die Tat um. In diesen Reigen fügten sich auch die beiden Musikstücke „Sugar Plum“ und „Nutcracker“ aus Peter Tschaikowskys Ballett „Der Nussknacker“, jeweils im Swing-Stil arrangiert, hervorragend ein. Bemerkenswert: Zu den Musizierenden aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen gesellten sich auch eine ehemalige Schülerin und ein ehemaliger Schüler des Stromberg-Gymnasiums. Sinja Ansel an der Posaune und Ida Fritsch am Altsaxofon (beide Jahrgangsstufe 2) liefen in ihren jeweiligen Soli nochmals zu Hochform auf, schließlich war es ihr letztes Adventskonzert als Schülerinnen des Stromberg-Gymnasiums.
Die eine oder andere der an diesem Abend mit Engagement und Herzblut dargebrachten Weisen hallte sicher bei einigen Besucherinnen und Besuchern auf dem Nachhauseweg noch nach – und diente sicherlich als perfekte Einstimmung auf die bevorstehenden Feiertage. Egal, ob man Weihnachten eher besinnlich oder in Partystimmung feiert.
Bericht: Sy, Fotos: Er






