Ein ehemaliger Schüler des Stromberg-Gymnasiums ist jetzt Buchautor: Jan Hingar (30) stellte diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten seine erste Buchveröffentlichung mit dem Titel „Thirty – The Time is now!“ vor. In diesem autobiographischen Lebensbericht beschreibt Hingar in englischer Sprache die Höhen und Tiefen seiner Schul- und Berufslaufbahn und geht dabei recht schonungslos mit sich und seinem Umfeld ins Gericht, wenn es um die Aufarbeitung durchlebter Krisen geht.
Hingar gibt Einblicke in die Nöte des Schulkindes, das seine Schülerrolle am Stromberg-Gymnasium lange Zeit nicht gefunden zu haben schien. Anerkennend äußert er sich über diejenigen Lehrkräfte, die sein Potenzial erkannt und ihn trotz diverser Schwierigkeiten auf seinem Weg zum Abitur begleitet und unterstützt hätten. Wie er in seinem Buch schreibt, habe ihn statt Freude über die bestandene Reifeprüfung im Jahr 2015 zunächst Orientierungslosigkeit befallen, als er sich zwangsläufig die Frage stellte, wie es jetzt weitergehen sollte.
Offen spricht er in seinem Buch über existenzielle Ängste und Depression. Gleichzeitig möchte er junge Menschen dazu ermutigen, schwierige Lebensentscheidungen zu treffen, auch wenn sie noch keine klare Vorstellung von der eigenen Zukunft haben, oder wenn vermeintliche Hindernisse zu unüberwindbar erscheinen, um einen „Sprung ins kalte Wasser“ zu wagen. Sein Durchhaltevermögen habe ihn letztlich auch an zahlreiche Universitäten im In- und Ausland, darunter die renommierte Harvard University in Cambridge, Massachusetts, sowie einem erfolgreichen Studienabschluss geführt. Dieser wiederum habe ihm den Weg zu Tätigkeiten in einigen der weltweit bekanntesten Firmen in den Bereichen Investmentbanking, Unternehmensberatung und Beteiligungskapital geführt.
Die Lesung fand letzte Woche in lockerer Atmosphäre im Leistungskurs Deutsch bei Herrn Neulinger statt. Die Veranstaltung beinhaltete zudem einen kleinen Workshop, in welchem sich die Schülerinnen und Schüler über ihre eigene Lebenssituation sowie über mögliche Zukunftspläne Gedanken machen konnten. Bei der abschließenden Reflexionsrunde hob der ehemalige Schüler des Stromberg-Gymnasiums hervor, dass zu jedem Selbstfindungsprozess ein stabiles soziales Umfeld gehört – verlässliche Freunde und Helfer, die bereit sind, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und sie nach Bedarf zu unterstützen.
Bericht und Fotos: Nl


