Der Stromberg-Nachmittag gewährt einen Einblick in die vielfältigen Angebote des Gymnasiums im Nebenweg.
Es hat Tradition: Begrüßt wurden die Viertklässlerinnen und Viertklässler und ihre Eltern am „Stromberg-Nachmittag“ von den schwungvollen Klängen der Big Band. Darauf folgte eine Darbietung, die die Differenzierungsgruppe „Tanzfabrik“ einstudiert hatte. „Wir sind bereit, Sie sind bereit“, rief Schulleiterin Katja Kranich den Gästen zu. „In den einzelnen Zimmern warten Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen, um alle Ihre Fragen zu beantworten.“
Das Prozedere erläuterte der Stellvertretende Schulleiter Roland Wirth: In insgesamt zehn verschiedenen Räumen erhielten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in das breite Angebot der Schule. Ein Teil der Stationen war für Eltern und Kinder gedacht, bestimmte Bereiche des Schullebens durften die Viertklässlerinnen und Viertklässler aber eigenständig erkunden.

An einer der Stationen erklärte die Schulleiterin, wie sich der Bildungsgang am Stromberg-Gymnasium versteht: als „ganzheitliche Lernreise mit Kopf, Herz und Hand“. Denn, so Kranich: „Die heutige Zeit erfordert, dass wir uns permanent an neue Bedingungen anpassen.“ Die Pädagogik am Stromberg-Gymnasium helfe den Schülerinnen und Schülern, neben dem Erwerb von Fachwissen die dafür notwendigen „Skills“ auszubilden. Dazu gehöre, „mit anderen gemeinsam Ideen zu entwickeln und in sich widersprüchliche Dinge zusammendenken zu können, um sein Leben mit Zuversicht anzugehen.“
Am Anfang der ganzheitlichen Lernreise steht das Differenzierungskonzept in Klasse 5 und 6. Zusätzlich zu ihrem regulären Unterricht treffen die Jüngsten am Stromberg-Gymnasium aus einer Palette an Angeboten, etwa aus den Bereichen Sport, Bildende Kunst, MINT oder Sprachen, eine Auswahl, die ihren persönlichen Neigungen und Interessen entspricht. In diesem notenfreien Raum können sie ihre Stärken gezielt weiterentwickeln und ihr Selbstbewusstsein kräftigen. In den höheren Klassenstufen wird zunehmend projektbasiert und fächerübergreifend gearbeitet, in Klasse 10 etwa im Rahmen des „Future-Skills-Projekts“.
Um sich in der globalisierten Welt zurechtzufinden, sind vertiefte Englischkenntnisse hilfreich. Hier setzt das bilinguale Profil an, das ab Klasse fünf belegt werden kann, mit zunächst insgesamt drei Stunden zusätzlichem Englischunterricht in Klasse fünf und sechs. Ab Klasse sieben werden die Fächer Geographie, Biologie, Geschichte und Gemeinschaftskunde im Wechsel auf Englisch unterrichtet, in der Kursstufe eröffnet ein fünfstündiger Biologie-Leistungskurs einen Weg zum „Internationalen Abitur Baden-Württemberg“. Durch das tiefere Sprachbad und das zusätzliche Fachvokabular sind die jungen Menschen dann bestens für ein internationales Studium oder gar eine Berufstätigkeit im Ausland gerüstet. Während die Eltern sich darüber an der „Bili“-Station informierten, kamen ihre Kinder in den Genuss einer zweisprachigen Theaterdarbietung, die im Rahmen des Differenzierungsangebots für die Klassen fünf und sechs einstudiert worden war.
Gelegenheit, die erworbenen Kenntnisse der englischen Sprache zu erproben, besteht in Klassenstufe acht im Rahmen einer einwöchigen Reise an die Partnerschule im britischen Marlborough. Aber auch in die französisch- oder spanischsprachige Kultur dürfen die Schülerinnen und Schüler eintauchen, wie an der Station der Fachschaften Englisch, Französisch und Spanisch deutlich wurde. Hervorragende Dienste leistet dem Stromberg-Gymnasium das EU-Programm Erasmus+, mit dessen Mitteln in den Klassenstufen sechs und acht Fahrten nach Straßburg und zu einer Drittortbegegnung nach Niederbronn-les-Bains gefördert werden. Hinzu kommt in Klassenstufe neun ein Austausch mit einer Schule im andalusischen Motril sowie in der Jahrgangsstufe zwei ein einwöchiger Austausch mit einer neuen Partnerschule im schwedischen Varberg für Schülerinnen und Schüler der Englisch-Leistungskurse. Auch wer gerne allein ein anderssprachiges europäisches Land erkunden möchte, kann auf eine Unterstützung durch Erasmus+ zählen.

Wer sich am liebsten in der Sprache der Musik ausdrückt, findet am Stromberg-Gymnasium ebenfalls das passende Angebot, etwa im Singtreff der Klassenstufen 5 und 6 oder im Chor conTakt ab Klassenstufe 7, einem Kooperationschor der Jugendmusikschule Vaihingen und des Stromberg-Gymnasiums. Auch Orchester und Big Band freuen sich über neue Mitwirkende. Eine Kostprobe aus dem Musikunterricht erhielten Eltern und Kinder, als sie an der Musikstation in „The Lion Sleeps Tonight“ einstimmen durften, unterstützt von zwei Musiklehrkräften sowie von Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus unterschiedlichen Klassenstufen.
Unterstützt wird selbstverständlich auch, wer auf seiner ganzheitlichen Lernreise feststellt, dass die eigenen Stärken im naturwissenschaftlichen Bereich liegen: Etwa in Klassenstufe fünf in der MINT-AG, wo Legoroboter oder Mbots programmiert oder Objekte mit dem 3D-Drucker hergestellt werden. In Klassenstufe acht kommt in Naturwissenschaft und Technik (NwT) der Junior.ING-Wettbewerb der Ingenieurkammer Baden-Württemberg hinzu. Auch die höheren Klassenstufen halten attraktive Angebote bereit, wovon sich die Besucherinnen und Besucher der MINT-Station überzeugen konnten.
Und selbstverständlich gibt es auch mannigfaltige Möglichkeiten, sich für die Schulgemeinschaft zu engagieren. Davon legte die Station „Schulisches Miteinander“ Zeugnis ab. Schon ab Klasse fünf können sich die Schülerinnen und Schüler als Klassensprecher und in verschiedenen Arbeitskreisen in die Schülermitverantwortung (SMV) einbringen. Gerade die Neuankömmlinge am Stromberg-Gymnasium profitieren enorm vom Engagement der Schülerschaft: Zehntklässlerinnen und Zehntklässler stehen ihnen als Patinnen und Paten mit Rat und Tat zur Seite, bei Schwierigkeiten in den Hauptfächern eilt die LiSa-Lernbegleitung zu Hilfe. Während die Eltern sich einen Überblick über diese Angebote verschafften, hingen ihre Kinder in einem Biologie-Fachraum gebannt an Mikroskopen, untersuchten Flöhe und Libellen oder beobachteten Fauchschaben.
Wenn es dann auf dem Nachhausweg die eine Viertklässlerin oder den anderen Viertklässler leicht juckte, dann jedoch sicher nicht wegen der zuvor untersuchten Flöhe. Sondern vor lauter Vorfreude darauf, im nächsten Schuljahr am Stromberg-Gymnasium die eigene ganzheitliche Lernreise mit Kopf, Herz und Hand anzutreten.
Bericht: Sy, Fotos: Er








