„Isst man die jetzt zuerst mit Marmelade oder mit Sahne?“ – diese Frage sorgte gleich zu Beginn für Diskussionen, Gelächter und erste kulturelle Erkenntnisse. 15 Schülerinnen und Schüler sowie Frau Murer und Herr Neulinger waren am 9. März ins englische Marlborough aufgebrochen. Der Flug von Stuttgart nach London Heathrow verlief problemlos, am Montag kamen alle wohlbehalten an – und wurden an der langjährigen Partnerschule des Stromberg-Gymnasiums, St. John’s Marlborough, herzlich von ihren Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern empfangen.
Am Dienstag startete der Austausch offiziell mit einer Begrüßung durch den Schulleiter der rund 1700 Schülerinnen und Schüler zählenden Schule. Schnell wurde klar: Diese Woche würde nicht nur Einblicke in den englischen Schulalltag bieten, sondern auch viele neue Erfahrungen bereithalten.
Besonders in Erinnerung bleiben wird die Backstunde. Dort wurden typisch britische Scones zubereitet und anschließend stilecht bei einem „British Afternoon Tea“ probiert. Ganz so einfach, wie es klingt, war es jedoch nicht: In England gibt es tatsächlich zwei „richtige“ Arten, Scones zu essen. Bei der Devon-Variante wird zuerst die dickflüssige Clotted Cream auf den aufgeschnittenen Scone gestrichen und anschließend Marmelade daraufgegeben. Bei der Cornwall-Variante hingegen kommt zuerst die Marmelade und die Clotted Cream wird obenauf gelegt. Welche Variante besser ist, darüber ließ sich trefflich streiten – natürlich auf Englisch.
Auch der Unterricht bot einige Überraschungen. In der Kunststunde entstanden kreative Porträts von John Lennon, während im Musikunterricht eigene Sounds für ein Mario-Kart-Spiel aufgenommen wurden. In der Science-Stunde wiederum wurde es technisch: Aufgabe war es, eine Murmelbahn so zu bauen, dass die Kugel möglichst lange in Bewegung bleibt – eine Herausforderung, die Teamarbeit und Geduld erforderte.
Einen Eindruck der beeindruckenden Größe der Schule bekamen die Schülerinnen und Schüler bei einer Führung durch die Bibliothek, die rund 17.000 Bücher umfasst. Nicht weniger eindrucksvoll war die „PE lesson“, der englische Sportunterricht, in der Cricket gespielt wurde – für viele eine völlig neue Sportart mit ungewohnten Regeln.
Ein besonderer Ausflug führte am Freitag nach Avebury. Die dortige Steinkreis-Anlage ist sogar größer als das berühmte Stonehenge und vermittelte einen faszinierenden Einblick in die frühe Geschichte Großbritanniens. Am Wochenende erkundeten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Austauschpartnern weitere Städte: London, Bath oder Oxford standen auf dem Programm.
Neben all den Erlebnissen blieb auch Zeit zum Nachdenken und Reflektieren. So verfassten die Schülerinnen und Schüler eigene Artikel über kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und England, die im englischen Schulmagazin veröffentlicht werden sollen.
Am Montag hieß es schließlich Abschied nehmen – nicht ohne Wehmut. In nur einer Woche waren viele neue Freundschaften entstanden und die gemeinsame Zeit wie im Flug vergangen. Umso größer ist die Vorfreude auf ein Wiedersehen: Im Juni werden die englischen Schülerinnen und Schüler zum Gegenbesuch erwartet.
Eines steht schon jetzt fest: Diese Woche war mehr als nur ein Austausch – sie war ein Blick über den eigenen Tellerrand (mit Scones) hinaus.
Bericht: Mu, Fotos: Mu/Nl







