Bereits seit einem Vierteljahrhundert präsentiert das französische Schulfilmfestival Cinéfête interessierten Schulklassen aktuelle französischsprachige Filme für Kinobesuche im Rahmen ihres Französischunterrichts und fördert so durch authentische Lernsituationen internationale Verständigung und kulturelle Bildung. Und als treue Schulkino-Fans zeigte sich auch im Cinéfête-Jubiläumsjahr die Fachschaft Französisch am Stromberg-Gymnasium, die wie üblich mit ihren zehnten Klassen an diesem besonderen Lernprogramm teilnahm – quasi als „Bonbon“ nach den ebenfalls klassenstufeninternen schriftlichen DELF-Prüfungen kurz zuvor.
Entschieden hatten sich die Vaihinger Jugendlichen unter den zur Auswahl stehenden acht Schulkinofilmen in diesem Jahr für die in der Auvergne spielende Komödie „Un p’tit truc en plus“ (Deutscher Filmtitel: „Was ist schon normal?“), Regiedebüt des in Frankreich bekannten Komikers und Schauspielers Artus. Der französische Kinoerfolg aus dem Jahr 2024 nimmt auf unkonventionelle und äußerst humorvolle Art das Thema Inklusion in den Fokus und berichtet dabei von zwei Bankräubern, die sich auf ihrer Flucht unter eine Reisegruppe von Menschen mit Handicap mischen und dort als Betreuer und Schützling ausgeben. Was zunächst als bloßer Unterschlupf für einige Tage gedacht ist, entpuppt sich für die beiden Kriminellen als Grundlage für einen weitreichenden Sinneswandel, denn Paolo und sein Vater Lucien unterschätzen die Auffassungsgabe und den Gemeinschaftssinn ihrer Mitreisenden gründlich. Mit seiner abwechslungsreichen Mischung von unbeschwerten, witzigen Dialogen, eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und glaubhaft dargestellten Missverständnissen baut der Film auf schülernahe Weise Berührungsängste mit dem Thema Inklusion ab und wirbt für gegenseitige Akzeptanz, Solidarität und mehr Menschlichkeit im Umgang miteinander. Dass dies wirklich gelungen ist, zeigten auch die begeisterten Kommentare der jungen Kinobesucherinnen und -besucher. Sie lobten allesamt die humorvolle Art, mit der der Film die „Botschaft des Gebens und Nehmens“ auf den Punkt brachte und die Forderung nach „Zusammenhalt“ sowie einem „Alltag ohne Vorurteile“ unterstrich. Dass die Jugendlichen (auch mit Hilfe des deutschen Untertitels) nicht nur sprachlich „alles verstanden“, sondern auch ihren lebensweltlichen Horizont erweitert hatten, das bewies nicht zuletzt die engagierte Teilnahme der Schülerinnen und Schüler bei den klasseninternen „activités après le film“ in den darauffolgenden Unterrichtsstunden. Hierfür steht den Französischlehrkräften ein reichhaltiges pädagogisches Begleitmaterial zur Verfügung, das seit Jahren das Institut français erstellt und das mittlerweile ebenfalls fester Bestandteil des Schulkinofestivals ist.
Neu motivierte Französischlernende und zufriedene Lehrkräfte nach einem rundum vergnüglichen und anregenden Filmvormittag im LUNA-Lichtspieltheater Ludwigsburg – auch das diesjährige Kinoevent der Klassenstufe 10 verdeutlicht somit die 25-jährige Erfolgsgeschichte der Cinéfête!
Bericht: Fö, Fotos: Sz

