Aus einer spannenden Debatte geht Erik Behrens (9b) als Schulsieger hervor.
In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Deutschunterricht der 9. Klassen in eine echte Debattenwerkstatt: Die Schülerinnen und Schüler bereiteten sich intensiv auf das bundesweite Wettbewerbsformat Jugend debattiert vor, das seit Jahren für gelebte Demokratiebildung steht. Ziel ist es, kontroverse gesellschaftliche Fragen sachlich fundiert, überzeugend und respektvoll zu diskutieren – eine Schlüsselkompetenz weit über die Schule hinaus.
Nach engagierten Klassendebatten, in denen Argumente geschärft, Beispiele recherchiert und Redestrategien erprobt wurden, qualifizierten sich die jeweiligen Klassensiegerinnen und -sieger für das große Schulfinale. Dieses fand am 29. Januar vor allen neunten Klassen statt und bot Debattierkunst auf hohem Niveau.
Acht Schülerinnen und Schüler, je zwei aus jeder neunten Klasse, traten in zwei Qualifikationsdebatten gegeneinander an. In Zweierteams diskutierten sie aktuelle Streitfragen, die auch gesellschaftlich intensiv verhandelt werden. Eine dreiköpfige Jury – bestehend aus den Deutschlehrkräften Sophia Hammel und Christiane Pfeiffer sowie Sina Günther (J1), ehemalige Schulsiegerin und erfolgreiche Teilnehmerin des Landesfinales im Jahr 2024 – bewertete die Beiträge. Dabei orientierte sie sich an den vier zentralen Kriterien von Jugend debattiert: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft und Gesprächsfähigkeit. Besonders wichtig war dabei nicht nur das eigene Argument, sondern auch das faire und präzise Eingehen auf die Gegenseite.
In der ersten Vorrunde wurde kontrovers darüber diskutiert, ob für das Fahren von E-Scootern eine Führerscheinpflicht eingeführt werden sollte. Aspekte wie Verkehrssicherheit, Umweltschutz sowie Finanzierbarkeit und Effektivität prallten aufeinander. Die zweite Qualifikationsdebatte widmete sich der Frage, ob schriftliche Abschlussprüfungen künftig am Computer geschrieben werden sollten – ein Thema zwischen Digitalisierung, Chancengleichheit, technischer Zuverlässigkeit und Prüfungsgerechtigkeit.
Für die Finalrunde qualifizierten sich Bernadette Sautter (9a), Pia Vorreiter (9b), Erik Behrens (9b) und Thomas Hölzel (9d). Das Finalthema griff eine besonders grundlegende gesellschaftliche Frage auf: Soll eine allgemeine Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden? Pia Vorreiter eröffnete die Debatte als „Pro 1“ souverän und erläuterte, welche Art von Dienstpflicht ihrer Meinung nach eingeführt werden sollte. Bernadette Sautter und Erik Behrens argumentierten klar gegen eine solche Dienstpflicht und kritisierten die fehlende Wahlfreiheit bei dem Vorschlag, der ihrer Meinung nach mehr Probleme als Nutzen mit sich bringe. Gleichzeitig verteidigten Pia Vorreiter und Thomas Hölzel ihre Position und unterstrichen immer wieder den langfristigen Nutzen der Maßnahme. Die Debatte war pointiert, respektvoll – und bis zum Schluss spannend. Das Publikum verfolgte das Wortgefecht mit großer Aufmerksamkeit.
Am Ende stand die Jury vor einer schwierigen Entscheidung: Das Niveau der Finaldebatte war durchweg hoch. Besonders lobend hervorgehoben wurde das aufmerksame gegenseitige Zuhören sowie das gelungene Aufgreifen und Weiterdenken der Argumente der Gegenseite. Schließlich setzte sich Erik Behrens knapp vor Pia Vorreiter und Bernadette Sautter als Sieger durch.
Wir gratulieren allen Teilnehmenden herzlich zu ihren starken Leistungen und ihrem Mut, öffentlich Stellung zu beziehen. Erik und Pia wünschen wir viel Erfolg bei der Regionalausscheidung des Verbunds am 10. Februar in Korntal – wir drücken fest die Daumen!
Bericht und Fotos: Ei, Hx

