Beim Sommerkonzert des Stromberg-Gymnasiums erzeugen vier Ensembles eine sommerlich-verzauberte Atmosphäre
(sy) – Die für einen Sommertag typische Fröhlichkeit und Unbeschwertheit weicht nach Sonnenuntergang nicht selten einer romantischen, mitunter gar magisch-mystischen Stimmung. In eine solche Atmosphäre gehüllt fand sich kürzlich auch das Stromberg-Gymnasium wieder – am Abend des Sommerkonzerts, das unter dem Motto „Over the Rainbow“ stand.
Für den stimmungsvollen Auftakt sorgte das Orchester. Angeleitet von Musiklehrerin Barbara Hartmann hatten die jungen Musikerinnen und Musiker drei Filmmelodien ausgewählt. Den Anfang machte „Sound of the Shire“aus dem ersten Teil „Die Gefährten“ der Trilogie „Der Herr der Ringe“. Die Moderation überließen die Musizierenden dabei nicht ihrer Lehrerin, sondern leiteten selbst gekonnt von einem Musikstück zum nächsten über. So hieß es etwa in den Worten zum zweiten Beitrag: „Mit ihren geheimnisvollen Klängen erzeugt die Musik eine Atmosphäre. Sie lädt uns ein, in eine Zauberwelt einzutreten.“ Diese Zauberwelt eröffnete sich dem Publikum mit „Hedwig’s Theme“ aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“. „Von der Welt der Zauberei wurden die Gäste anschließend „in die Welt der Geheimagenten“ geleitet: Für „Skyfall“ aus dem gleichnamigen James-Bond-Film versprach die Moderatorin eine „spannungsvolle Atmosphäre“ – ein Versprechen, das prompt eingelöst wurde.
An diese so atmosphärische wie virtuose Darbietung knüpfte der Singtreff der Klassen 5 und 6 unter der Leitung von Carmen Förnzler nahtlos an. Auch die jungen Sängerinnen und Sänger hatten Hits aus der Film- und Musicalwelt einstudiert. Und auch sie führten selbst souverän durch ihr Programm. Nach dem temperamentvollen Vortrag des Nummer-eins-Hits von ABBA aus dem Jahr 1975 „Mamma mia“ entführte der Chor die Gäste „in ein fernes, buntes Land ganz ohne Stress, in dem die Alltagssorgen dahinschmelzen wie Zitronenbonbons“ – eben „Somewhere Over the Rainbow“. Damit erklang erstmals, in einer balladesken Version, das Titellied des Abends. Groovig ging es weiter mit „We’re all in this together“ aus dem Disney-Film „High School Musical“. Wie textsicher und selbstbewusst die Jüngsten am Stromberg-Gymnasium die englischen Liedtexte intonierten und ihre mit zahlreichen Soli gespickte Darbietung mit choreographischen Elementen auflockerten – schier unglaublich! Mit dem sommerlichen Kanon „Spring, spring, spring“, in den das Publikum beherzt einstimmte, zur Klavierbegleitung von Asya Yilmaz, endete der erste Teil des Programms auf einem Höhepunkt.
Wie gut die Beiträge des Abends aufeinander abgestimmt waren, zeigte sich erneut nach der Pause, in der die Jahrgangsstufe 1 mit einem so schmackhaften wie liebevoll gestalteten Büffet aufwartete. Zu einem unverzichtbaren Programmpunkt eines jeden Konzerts am Stromberg-Gymnasium ist mittlerweile auch der Beitrag des Kooperationschors „conTakt“ der Jugendmusikschule Vaihingen an der Enz und des Stromberg-Gymnasiums geworden. Darin singen gemeinsam „zehn Gefährten, die sich gefunden haben, aus vier unterschiedlichen Schulen, einer hat bereits Abitur, einer ist in der Ausbildung“, wie es Chorleiterin Elvira Lessle formulierte. Was lag da näher, als auch diesen Teil des Programms mit einem Musikstück aus dem Film „Die Gefährten“ zu beginnen? „May it be“ sorgte für einen gelungenen Einstieg. Mit dem atmosphärischen „Evening Rise“ wurde dem fortschreitenden Abend hervorragend Rechnung getragen.
„Durch das gemeinsame Singen hat sich eine Gemeinschaft gebildet“, führte Chorleiterin Lessle aus, die sich zum Ziel gesetzt habe, „unbedingt a capella“ singen zu wollen. An diesem Abend erntete der Chor zur Begeisterung des Publikums die Früchte der intensiven Probenarbeit: „Viva la vida“ von Coldplay erklang in einer Version des Jazzchors Freiburg. Passend dazu ging es weiter mit einer jazzigen Version des Titelliedes des Abends „Somewhere Over the Rainbow“, bevor sich der Chor mit ungebrochener Freude am gemeinsamen Musizieren durch Cole Porters „I’ve got you under my Skin“ swingte, am Klavier begleitet von Carmen Förnzler. Zu einem Abschlusslied in großer Chorbesetzung fand sich nochmals der Singtreff der Klassen 5 und 6 auf der Bühne ein. Mit „Pura Vida“ vermittelten die beiden Ensembles, perfekt aufeinander eingestimmt, sommerliche Lebensfreude. Begleitet wurde der Song vom frommen Wunsch der Chorleiterin, der Nachwuchs möge Gefallen am Singen im Chor conTakt finden, schließlich werden drei langjährige Mitglieder dem Ensemble bald mit dem Abitur in der Tasche Lebewohl sagen.
Auch diesmal übernahm es die Big Band, den Abend furios zu beschließen. Dies gelang mit einer Mischung aus schwungvollen Klassikern älteren Datums wie „Hit the Road, Jack“ von Ray Charles oder „September“ von Earth, Wind & Fire sowie jüngeren Hits wie „Havana“ von Camila Cabello und „Countin Stars“ von OneRepublic. Bei „Experience“ von Ludovico Einaudi war erneut ein Hauch von Magie spürbar. „Du hast uns wirklich verzaubert“, lobte Big Band-Leader Thorsten Hohensee denn auch Melia Hahndorf, die die Darbietung mit einem eindrucksvollen Solo am Klavier bereichert hatte. Die Solistinnen und Solisten Soey Alvermann und Julia Schattka (Querflöte), Sinja Ansel (Posaune), Ida Fritsch und Leandra Oberst (Saxophon) sowie Roman Fabritius (Trompete) liefen beim Deep-Purple-Klassiker „Smoke on the Water“ erneut zu Höchstform auf. Dass vier der Musizierenden den Klassenstufen 5 und 6 angehören, macht Mut: Denn auf die Mitwirkung zweier Abiturientinnen und eines Abiturienten wird die Big Band ab kommendem Schuljahr leider verzichten müssen.
Gar nicht anders als verzaubert konnte sich auch Schulleiterin Katja Kranich am Ende des sommerlichen Liederabends zeigen. In ihrem Schlusswort dankte sie den Beteiligten „für die wiederkehrenden musikalischen Resonanzräume, die Herz und Seele berühren“. Und das auf geradezu magische Art und Weise.
Bericht: Sy, Fotos: Er, Sy









