Mit Liedern und Sport gemeinsam unterwegs

Zwei prallgefüllte Tage auf der westlichen Rheinseite erlebten in der Woche vor Pfingsten die Teilnehmenden des diesjährigen Fantastikinder-Projekts am Stromberg-Gymnasium auf ihrer Reise ins Elsass.

Während ihrer zweitägigen Gruppenmobilität, finanziell unterstützt durch das EU-Förderprogramm Erasmus+, erhielten die 26 hochmotivierten Sechstklässlerinnen und Sechstklässler Einblicke sowohl in den französischen Schulalltag als auch in das Familienleben ihrer Austauschpartnerinnen und Austauschpartner. Zudem lernten sie die Europametropole Straßburg kennen und bereicherten Rheinufer und Innenstadt durch Open-Air-Auftritte ihres deutsch-französischen Fantastikinder-Chors.

Zunächst standen jedoch das Kennenlernen des Collège du Kochersberg und die erste Begegnung mit der bilingualen Classe de 6e und Deutschlehrerin Bernadette Gall im Vordergrund. Im Anschluss an eine kurze Schulführung bot eine gemeinsame Sportstunde inklusive deutsch-französischem Badminton-Turnier in der schuleigenen Sporthalle die perfekte Gelegenheit, mit der Partnerklasse spielerisch in Kontakt zu treten. Die Vaihinger Reisegruppe staunte dabei nicht schlecht über das beeindruckende deutsche Sprachniveau der französischen Kinder sowie ihres Sportlehrers. Wie in seiner Deutsch-Bili-Klasse üblich, gestaltete er den kompletten Unterricht auf Deutsch.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Schulkantine und einem Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb ihres jeweiligen Schulalltags war im großzügig gestalteten Musiksaal des Collège eine ausgiebige Probe angesetzt: Der über 50-köpfige Chor hatte seine sechs ausgewählten Lieder aus dem Repertoire der Fantastikinder bislang ausschließlich getrennt voneinander geprobt und sich lediglich per Videobotschaften im gruppeneigenen Online-Tool verständigt.

Umso größer waren nun bei beiden Schülergruppen Freude und Erleichterung darüber, im sprachlich gemischt stehenden Chor jeweils Muttersprachler mit an der Seite zu haben – so gelang auch in der Fremdsprache das gemeinsame Singen ohne Probleme und die jungen Sängerinnen und Sänger stützten sich gegenseitig. Nach Schulschluss um 17 Uhr traten die deutsch-französischen Tandems den Heimweg in die Gastfamilien an und trafen am nächsten Morgen voll verschiedener Eindrücke und dankbar für die Gastfreundschaft der Familien wieder am Collège zusammen.

Mit Linienbus und Tram machte sich die gutgelaunte Reisegruppe auf ins nahegelegene Straßburg und zu ihrer ersten Station, dem Rheinhafen. Hier gaben die Kinder auf der symbolträchtigen „Passerelle des Deux Rives“ (Brücke der zwei Ufer) bei schönstem Sonnenschein ein erstes Open-Air-Konzert. Die 2004 eingeweihte Fußgängerbrücke des Pariser Architekten Marc Mimram verbindet Straßburg und Kehl und gilt als Symbol für das zusammenwachsende Europa. Im Anschluss daran stand eine deutsch-französische Friedensrallye in zweisprachigen Schülergruppen auf dem Programm, auf der die Kinder spielerisch den angrenzenden „Garten der zwei Ufer“ erkundeten und Wissenswertes aus Geschichte und Kultur am Rheinufer erfuhren. Auch die eigene Kreativität, Teamgeist und der Meinungsaustausch untereinander waren dabei gefragt.

Ein Pique-Nique mit Blick auf die „Passerelle Mimram“ rundete den Vormittag ab und ließ die jungen Sängerinnen und Sänger Kraft tanken für ihre Auftritte am frühen Nachmittag in der belebten Straßburger Innenstadt. Ob mit Playback-Begleitung oder mit Gitarre, ob beim ruhigen Friedenslied „Et pourtant – Und trotzdem“ oder bei bewegteren Chansons wie dem erst jüngst in seiner deutschen Version aufgenommenen „Il faut qu’on se bouge – Sport ist der Hit“ – der junge deutsch-französische Chor zeigte sich stets bestens aufgelegt und ermunterte etliche Passanten zum Zuhören oder Mitklatschen. Den Abschluss ihrer Konzerte bildete dabei stets die Hymne der Fantastikinder „Es lebe l’amitié, vive la Freundschaft“, die den Schülerinnen und Schülern aus dem Herzen sprach. Und es war deutlich spürbar, dass besonders mit gemeinsamen Aktivitäten wie Musik und Sport aus Fremden Freunde werden können.

Ob sie sich nach diesen zwei Tagen mal wieder treffen? Ein Grundstein für eine Freundschaft ist auf jeden Fall gelegt, da waren sich die beiden begleitenden Französischlehrkräfte Carmen Förnzler und Catharina Schütz einig. Und auch die jungen Projektteilnehmenden sprudelten nur so auf die Frage danach, was ihnen im Laufe ihrer Gruppenmobilität am besten gefallen hatte. Für die einen war es der herzliche Empfang in den Gastfamilien, die Übernachtung dort und das leckere Essen, für andere das Kennenlernen des französischen Schulalltags oder der Stadt Straßburg mit ihrer großen Kathedrale, den malerischen Plätzen und Sehenswürdigkeiten, für wieder andere das gemeinsame Singen und der Unterricht – auf jeden Fall hatten die Französischanfängerinnen und -anfänger über das Sprachliche hinaus viel gelernt und Lust auf künftige Begegnungen mit den französischen Gleichaltrigen bekommen.

Bericht: Fö, Fotos: Fö, Sz