Schülerprodukte als Meilensteine einer ganzheitlichen Lernreise – das Lernfest zeigte, wie vielfältig Lernen mit Kopf, Herz und Hand gelingen kann.
Lernen lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen – eigentlich braucht es viel mehr als ein Zeugnis, um sichtbar zu machen, was Schülerinnen und Schüler am Ende eines Schuljahres alles gelernt, geschafft und erlebt haben. Einen Anlass dafür schuf das Stromberg-Gymnasium, indem es ein Lernfest organisierte, bei dem die Ideen, Projekte und Lernprodukte der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt standen, die in einem notenfreien Raum über das gesamte Schuljahr hinweg entstanden waren.
Nachdem am Vormittag die letzten Vorbereitungen für die Ausstellungen abgeschlossen waren und die Schüler und Schülerinnen ihrerseits genug Zeit hatten, sich im Schulhaus umzusehen, wurde das Lernfest feierlich von der Big Band unter Leitung von Musiklehrer Thorsten Hohensee und den Fantastikindern der Klassenstufe 6 unter Leitung von Carmen Förnzler eröffnet. Letztere präsentierten mit „Sport ist der Hit“ unter anderem einen im Rahmen einer Erasmus+-Gruppenmobilität neu produzierten Song.


Danach strömten die Besucherinnen und Besucher durch das Schulhaus und entdeckten in jedem Klassenzimmer neue Projekte. Diese machten unmittelbar erfahrbar, dass Lernen weit mehr umfasst als die reine Aneignung von Wissen. Es fordert den Kopf, spricht das Herz an und verlangt den Einsatz der Hände. Erst das Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln führt zu nachhaltigen Lernerfahrungen – ein Gedanke, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Fest zog. Wer die Klassenzimmer der fünften Klassen betrat, konnte sehen, wie die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler sich ihre Lernreise am Stromberg-Gymnasium vorstellen: Mit Kopf, Herz und Hand hatten die Schülerinnen und Schüler Modelle gebaut, in die sie ihre Vorstellungen von einer gelungenen Reise, aber auch möglichen Hindernissen und Lösungsstrategien einfließen ließen.
Eine wichtige Etappe auf der Lernreise stellt das ab kommendem Schuljahr fest etablierte Mentoring-Programm in Klasse 7 dar, das die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe unterstützt, ein sogenanntes „growth mindset“ zu entwickeln, das heißt einen guten und gesunden Umgang mit Herausforderungen und Fehlern.

Selbstbewusstsein kann man aber auch bei anderen Aktivitäten entwickeln: Die Theater-Differenzierung der Klassen 5 und 6, geleitet von Englischlehrer Christoph Schüly, zeigte eindrucksvoll, wie Schülerinnen und Schüler durch gemeinsames Gestalten, Proben und Aufführen über sich hinauswachsen können. Mit dem englischen Theaterstück „The Witch School“ bewiesen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler nicht nur ihre sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch Kreativität, Mut und Teamgeist. Der Deutschunterricht präsentierte sich ebenfalls mit kreativen Beiträgen. Aus der Lektüre des Romans „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende erwuchsen Theaterstücke, Videos und Lesungen, die stolz von Sechst- und Siebtklässlern präsentiert wurden. Kreative Zugänge zu Literatur zeigten auch Lesekisten oder Lapbooks, welche kleine Faltbücher zu Jugendromanen sind.


In den Klassen 9 stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen aus dem verpflichtenden Sozialpraktikum in Form von Talkshows vor. Diese nahmen das Publikum mit in den Alltag von Erzieherinnen und Erziehern, deren Berufsbild die beteiligten Schülerinnen sehr genau zeichneten. Man erhielt einen lebhaften Einblick in die Freuden, etwa die Teilhabe am kindlichen Entwicklungsprozess, aber auch in zahlreiche Herausforderungen, wie den Fachkräftemangel oder die schlechte Ausbildungssituation. In jedem Fall hatten die Schülerinnen durch diese Woche alle Vorurteile über das Berufsbild über Bord geworfen und einen realistischen Einblick in den Alltag von Erziehenden gewonnen.

Die zehnten Klassen hatten im Rahmen des Future-Skills-Projektes, das nun schon mehrfach am Stromberg-Gymnasium durchgeführt wurde, in Kleingruppen kreative Lösungsstrategien für Probleme des Schulalltags sowie auch gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt. Innerhalb der Projektarbeit bringen die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Stärken in die Gruppe ein und entwerfen eigene Produkte. Dieser Prozess eröffnet die Möglichkeiten, sich interessegeleitet und ohne Notendruck mit einem Themenfeld auseinanderzusetzen und als proaktiv und handlungsfähig zu erleben.


Ziel des von den Lehrkräften Oliver Bertrams und Matthias Neulinger geleiteten Seminarkurses ist es, Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 1 einen Vorgeschmack auf das wissenschaftliche Arbeiten während eines Studiums zu bieten. Unter dem Oberthema „Der Mensch im Blickpunkt“ verfassten sie Seminararbeiten zu Themen wie Gentechnologie, dystopischer Literatur oder Medizin im Nationalsozialismus. Diese wahlweise auf Englisch verfassten Arbeiten präsentierten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten anschließend vor Publikum, bevor sie die vertiefte Kenntnis ihrer Themen in einem Kolloquium unter Beweis stellten. Für interessierte Besucherinnen und Besucher des Lernfestes hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminarkurses nochmals ihre Präsentationen.
Wer selbst aktiv werden wollte, konnte an zahlreichen anderen handlungsorientierten Projekte wahrnehmen. Geocaching, Grammatikspiele, Ebooks und Französischvideos anschauen, Escape Rooms, sportliche Angebote auf dem Sportplatz wie Fußball, Hockey oder ein Parcours luden die Besucherinnen und Besucher zum Mitmachen ein. Auch das gemütliche Beisammensein und der Austausch über die Projekte kamen durch die Bewirtung der J1, einen Stand des Pausenverkaufs am Stromberg-Gymnasium und einen Food-Truck nicht zu kurz.
Großen Anklang fand auch der Infostand des schuleigenen Erasmus+-Programms, an dem sich Schülerinnen und Schüler sowie Eltern über individuelle Austauschmöglichkeiten informieren konnten.


Am Ende blieb der Eindruck: Schule ist weit mehr ist als das Lernen auf die Klassenarbeiten. Sie ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche entdecken, ausprobieren, gestalten und Verantwortung übernehmen können. Die ausgestellten Produkte waren deshalb nicht nur Ergebnisse erfolgreicher Projekte, sondern zugleich sichtbare Stationen einer gemeinsamen Lernreise. Sie zeigten eindrucksvoll, wie komplex und vielfältig sich Kompetenzen, Selbstständigkeit und Persönlichkeit über die Schuljahre entwickeln. „Kinder und Jugendliche sollen ihre Weiterentwicklung und ihren Lernzuwachs am Stromberg-Gymnasium in Zukunft mehr und mehr auf persönlicher Ebene sichtbar und greifbar machen können“, so Schulleiterin Katja Kranich. Was dieses Ziel angeht, sieht sie das Stromberg-Gymnasium auf einem guten Weg.
Bericht: Jk, Fotos: Er
Gwen Bubser, Amira Khelladi, Samuel Hequet und Diego Jordan aus der 8b haben diesen Tag begleitet und filmisch dokumentiert. Ihr Filmbeitrag kann hier angesehen werden: